VdK-Präsidentin Ulrike Mascher: „Es gibt keinen Generationenkonflikt“


"Es geht nicht um ´Jung gegen Alt´ oder ´Alt gegen Jung´. Das eigentliche Problem in unserer Gesellschaft ist die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich und zwar in allen Altersgruppen."

2,5 Millionen Kinder und 3 Millionen Rentner leben unterhalb der Armutsgrenze. 23 Prozent der Vollbeschäftigten arbeiten im Niedriglohnbereich. Deshalb, so die VdK-Chefin, seien sowohl Mindestlöhne als auch die Rückkehr zu einer dynamischen Rentenanpassung dringend geboten: "Mit einem Hungerlohn lässt sich keine Altersversorgung aufbauen", betonte Mascher. Aber auch Rentenkürzungen könnten nicht im Interesse der jüngeren Generation sein. Denn, so Mascher: "Alles, was man den heutigen Rentnerinnen und Rentnern wegnimmt, fehlt auch den Rentnern von morgen." Ein weiteres Absinken des Rentenniveaus würde die nachfolgenden Generationen stärker treffen als die jetzigen Rentner.

Mascher bezeichnete es als diskriminierendes Vorurteil, wenn behauptet werde: "Die Alten leben auf Kosten der Jungen." Der ökonomische Wert der Leistungen, die von den 60- bis 85-Jährigen in den Bereichen Ehrenamt, Pflege und Kinderbetreuung jährlich erbracht werden, wird von Wissenschaftlern auf 40 Milliarden Euro geschätzt, erklärte die VdK-Vorsitzende. Über ein Drittel aller Pflegepersonen in der Familie seien älter als 65 Jahre. Jeder dritte 65- bis 75-Jährige engagiere sich ehrenamtlich im Sportverein, Sozialverbänden oder anderen Bereichen.

Darüber hinaus würden 31 Prozent der 70- bis 85-Jährigen regelmäßig ihre Kinder und Enkel finanziell unterstützen. Umgekehrt erhielte diese Altersgruppe nur in 2,7 Prozent der Fälle finanzielle Hilfe von ihren Nachkommen. Mascher: "Ältere leisten ihren Beitrag zum Zusammenhalt der Generationen. Sie sind wesentlicher Bestandteil des sozialen Kitts, der unsere Gesellschaft zusammenhält."
Quelle: VdK-Pressestelle, (M.Pausder)

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Bildtext: Ulrike Mascher. Foto: Brigitte Karch

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