AlpwirtschaftsAkademie: 63 Hofnachfolger in drei Jahren


Seit ihrem Start haben 63 Hofnachfolger “ darunter rund ein Fünftel Frauen “ an Abenden und Wochenenden die Schulbank gedrückt, um mehr Theorie und Praxis der Land- und Alpwirtschaft zu lernen. 15 Teilnehmer des ersten Jahrgangs 2003/2005 haben die Prüfung zum Zweitberuf Landwirt bestanden. Die Akademie ist eine bedeutsame Einrichtung, eine flächendeckende und nachhaltige Landwirtschaft sowie die Pflege der Kulturlandschaft zu sichern. Derzeit prüft das Bayerische Landwirtschaftsministerium, ein vergleichbares Modell für das oberbayerische Almgebiet in Miesbach anzubieten.
Vom Akademiker bis zum Handwerker reichen die Berufe der künftigen Nebenerwerbslandwirte, die sich das fachliche Rüstzeug in Immenstadt holen. Speziell für diese Zielgruppe wurde ein maßgeschneidertes Konzept entwickelt, um hauptberufliche Tätigkeit und landwirtschaftliche Zusatzausbildung unter einen Hut zu bringen. Bewährt hat sich der fünfstufige Aufbau mit einem Mix von Wochenend- und Abendveranstaltungen, von Unterricht und Praktika sowie von Pflicht- und Wahlkursen während der zweijährigen Ausbildung.
Im ersten Winterhalbjahr werden Kenntnisse zur Pflanzenproduktion und -schutz sowie Betriebswirtschaft vermittelt. Abgestellt auf die Allgäuer Verhältnisse gibt es dabei Schwerpunktseminare zur Milchviehhaltung und -vermarktung, Rinderaufzucht und -mast sowie zu Grünland, Futterkonservierung und Waldbau. Daran schließt im Frühjahr ein zweites Modul „Bauern bilden Bauern“ an “ es findet bei den Teilnehmern besonderen Anklang. An zwölf Tagen sammeln sie auf ausgewählten Praxisbetrieben Erfahrung bei der artgerechten Tierhaltung, der Weide- und Grünlandpflege, der umweltschonenden Düngung und dem Maschineneinsatz. In der dritten Einheit steht der EDV-Grundlagenkurs einschließlich Internet, Tabellenkalkulation und Textverarbeitung auf dem Programm. In einem weiteren Ausbildungsschritt können die künftigen Unternehmer frei wählen unter Angeboten wie Käseherstellung, Ökolandbau oder Urlaub auf dem Bauernhof. In einem fünften Modul kann man die landwirtschaftlichen Gehilfenprüfung ablegen.