HDBG/Bäckerinnung München: „Stranizn“ werben für die Bayerische Landesausstellung 2014 in Regensburg

Ein riesengroßes Ausstellungsplakat Plakat „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser! Bayerische Landesausstellung 2014 Regensburg 16. Mai bis 2. November 2014“, ein blitzsauberes Bäckermadl, die Auszubildende Luisa Beck, umrahmt vom bayerischen Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle und Heinz Hoffmann, Obermeister der Bäckerinnung München – die ansonsten eher schlichte Hausecke im Tal 15 geriet zum Anziehungspunkt wissbegieriger Journalisten und mancher Passanten.

Rasch war es klar: hier trafen sich Kultur und Bäckerhandwerk, genauer das Haus der Bayerischen Geschichte (HDBG) und die Münchner Bäckerinnung. Beide haben eine Art ideeller Kooperation geschlossen; denn Innungsbäckereien in München und Umgebung werden ab heute ihre Brezn und Gebäck in ganz besondere, kunstaffine Tüten (Auflage 100.000 Stück) verpacken.

Die Tüten, in München früher auch mit „Stranizn“ bezeichnet, zeigen auf der Vorderseite das Portrait von Ludwig dem Bayern. Die Tütenrückseite gibt die „Bäcker-Saga“ Auskunft über das historische Geschehen von vor über 700 Jahren. Historie einmal ganz realitätsbezogen und griffbereit für den Verbraucher zu begreifen!

 

Bildtext (l.) Gedenktafel. Die Inschrift auf der Gedenktafel am Däntl-Haus in München lautet: „Hier neben stand das Haus welches Kaiser Ludwig der Bayer der Bäckerbruderschaft schenkte weil die Bäckerknechte in der Schlacht bei Ampfing am 28. September 1322 ihm das Leben gerettet“. Die Renovierungsarbeiten, beauftragt von der Bäcker-Innung München Landsberg, wurden gerade abgechlossen. Foto: © Günterv Deppisch

 

 

 

Und so geht die Bäckersaga: Ludwig der Bayer (1282/86 – 1347) schaffte den zu seiner Zeit unglaublichen Aufstieg vom nachgeborenen Herzogsohn zum Kaiser. Ein Meilenstein auf dem Lebensweg des Wittelsbachers war die Schlacht von Mühldorf 1322, in der er gegen die Habsburger kämpfte. Ein Drama, das Ludwig den Bayern fast das Leben gekostet hätte: Von den Pfeilen der ungarischen Bogenschützen schwer verwundet, brach sein Pferd zusammen und Ludwig IV., damals noch König, stürzte zu Boden. Sofort wurde er von den Feinden umzingelt, doch gerade noch rechtzeitig stürmten Münchner Bäckerknechte (Pöckhenknechte) hinzu und halfen ihm auf ein anderes Ross. Ludwig war gerettet und besiegte seinen Konkurrenten um die Königskrone, seinen Vetter Friedrich den Schönen.


Bildtext:  Heinz Hoffmann, Obermeister der Bäckerinnung München, Bäckermadl mit Kaiser Ludwig Tüten und der bayerischen Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle. Oberhalb: Pöckhenknecht: Die Skulptur des Pöckhenknechts (Bäckerknechts). Foto: © Günter Deppisch

Stolz weist Obermeister Heinz Hoffmann auf den Lohn für die tapferen Gesellen hin: „Seitdem dürfen die Bäcker in Ihrem Wappen den Reichsadler führen. Ludwig der Bayer schenkte ihnen außerdem das Bruderschaftshäusel im Tal 15, dort steht inzwischen das so genannte Däntl-Haus.“ Skulptur und Gedenktafel am Gebäude hat die Bäckerinnung München und Landsberg in diesem Jahr restaurieren lassen. Der triumphale Einzug Ludwigs in die Stadt München nach der Schlacht sei heute noch auf dem Fresko am Isartor zu sehen.

Übrigens, kürzlich wurde der 50.000 Besucher auf der Bayerischen Landesausstellung 2014 „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ in der UNESCO-Welterbestadt Regensburg begrüßt. Mittlerweile sind es bereits 56.000 Kunst- und Geschichtsinteressierte, wie Minster Spänle betonte.

Impression Landesausstellung Minoritenkirche. Die Bayerische Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ wurde am 15. Mai 2014 eröffnet. Auf fünf Leveln, ähnlich einem Computerspiel, zeigt die Ausstellung in der Minoritenkirche den Aufstieg von Ludwig dem Bayern vom nachgeborenen Herzogssohn zum bis zum Kaiser. Foto: ©www.altrofoto.de

Die Bayerische Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ wurde am 15. Mai 2014 in Regensburg eröffnet und ist noch bis 2. November zu sehen. Auf fünf Leveln, ähnlich einem Computerspiel, zeigt die Ausstellung in der Minoritenkirche den Aufstieg von Ludwig dem Bayern vom nachgeborenen Herzogssohn zum bis zum Kaiser.

Weitere Informationen:
www.hdbg.de
www.baeckerinnung-muenchen.de

Titelbild: Bäcker-Auszubildende Luisa Beck. Foto: Brigitte Karch