München: Auf geht’s zur „Maidult“


Es war ein kleines "Event", wie es auch auf Neu-Münchnerisch heißt, mit Blasmusi, Trachtentanz, Luftballons und roten Rosen, die von den Stadträtinnen und Stadträten ans Publikum verteilt wurden.

Die Auer Dult ist die familienfreundliche, gemütliche kleine Schwester von Frühlingsfest und Oktoberfest. Aber sie ist auch die älteste Schwester: Die Jakobidult, die traditionell im August stattfindet, wird heuer 700 Jahre alt. Anno 1310 beherrschten wohl Zahnbrecher, Gaukler, Quacksalber und Wahrsager die Szene. Heute erwartet die Besucher eine weitaus größere Angebotsauswahl vom kultigen Gemüsehobel über Geschirr und Gewand bis Bonbon, Seife, Steckerlfisch. Die Gastronomie bedient jeden Gaumen. Pflicht für eingefleischte Dultbesucher sind Fischsemmeln, gebrannte Mandeln, Dampfnudeln, Hendln … Wen der Magen ob der üppigen Auswahl drücken sollte, der findet bei den Kräuter- und Teehändlern die passende Remedur (Abhilfe – Anm.d.Red.).

Das Prädikat "Fundgrube" verdienen der wohl größte Freiluft-Geschirrmarkt Europas und das Warenangebot der Tandler und Trödler, bei denen es nichts gibt, was es nicht gibt an Kunst und Krempel, Kuriosem und Überflüssigem. Kinder begeistern sich eher für das kleine Riesenrad, Ponyreiten, Kettenkarussell und Schiffsschaukel auf dem Dultplatz rund um die Kirche Mariahilf.

Was bedeutet eigentlich das Wort "Dult"? Es bedeutet Kirchenfest. Während der "tult" zu Ehren eines Heiligen wurden rund um die Kirche Verkaufsstände aufgebaut und Waren feilgeboten. Im Laufe der Zeit änderte veränderte sich die Wortbedeutung zugunsten von "Jahrmarkt".
Doris Losch

Dulttermine 2010: Maidult: 24. April bis 2. Mai, Jakobidult: 27. Juli bis 1. August, Kirchweihdult: 16. bis 24. Oktober.

Weitere Informationen:
www.auerdult.de

Bildunterschrift: Rund um den Maibaum am Münchner Marienplatz findet zur Freude von kleinen und großen Besuchern die "tult" statt. Foto: Doris Losch

(Der Link wurde am 24.04.2010 getestet.)