Ingrid Noll: Halali

Oma Holda arbeitete dazumal gemeinsam mit ihrer besten und halbadeligen Freundin Karin in einem Bonner Ministerium, wohnt – wie die meisten Sekretärinnen (damals waren es noch „Tippsen“ und nicht wie heute Assistenten der Geschäftsführung) – zur Untermiete. Karin lebt bei ihrer – adeligen, aber verarmten und deshalb auf „möblierte Herren“ angewiesenen Tante in deren Villa. Und diese Herren sind eine sehr gemischte Gesellschaft. Spionierende Romeos sind darunter, Typen, die Spitzenhöschen stehlen, Naivlinge, die beim Beiseiteschaffen von Leichen Hilfe leisten …

Wie wir es bei Ingrid Noll gewohnt sind, bleiben die Männer so nach und nach auf der Strecke. Halali!

Ach, es liest sich wieder einmal so gemütlich. Am besten nimmt frau auf der Couch Platz, genießt einen schönen Tee (oder ein Eierlikörchen, damals in den 50-er-Jahren so was von angesagt) und Knabbereien. Denn die Lektüre ist erwartungsgemäß genüsslich und spannend bis zur letzten Zeile. Besonders bis zur letzten Zeile. Halali! Und Waidmanns Heil.

 

Brikada-Empfehlung: Sofort stellt sich Mitgefühl für die „Mörderinnen“ ein, denn sie sind ja eigentlich gar keine … oder etwa doch?
Autorin: Doris Losch

 

Ingrid Noll: Halali , Hardcover Leinen, 320 Seiten, Euro 22.00, ISBN 978 325 706 996 9, 2017 erschienen bei Diogenes, Zürich.

 

Weitere Informationen:
www.diogenes.ch

 

Titelbild: Gemälde von Caravaggio, eigentl. Michelangelo Merisi, „Judith enthauptet Holofernes“, 1598 (Ausschnitt), Rom, Galleria Nazionale, Pal. Barberini, Copyright © akg-images/Mondadori Portfolio/Mauro Magliani

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