Erika Pluhar: „Gegenüber“

 

 

 

Erika Pluhar beschreibt die sich entwickelnde Freundschaft zwischen Henriette, einer auf die 80 zustrebenden erfolgreichen Cutterin, die sich seit ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben abkapselt (im Mietshaus wird sie „die Gräfin“ genannt) und der kontaktfreudigen jungen Linda, der Nachbarin von gegenüber.

In einer schönen ruhigen Sprache erzählt die Autorin, wie sich beide Frauen über ihr Leben und ihre Zukunft klarer werden.

Henriette Lauber lebt eigentlich nur noch für ihren Patensohn Maloud aus der Westsahara – Erika Pluhar flicht den von der Weltöffentlichkeit so gut wie vergessenen, viel Flüchtingselend hervorbringenden Konflikt Westsahara – Marokko ein – und Erinnerungen an ihre große Liebe, den Filmemacher Mirco. Von Gegenwart und Zukunft hält sie nicht viel. Bis die muntere Linda (freilich hat auch sie Probleme mit ihrer Vergangenheit) klingelt und es von da ab vorbei ist mit dem „Warten auf den Tod“.

Die Protagonistin findet trotz Schwächeanfällen in das Leben zurück, findet Gefallen an der Kommunikation per PC, greift eine Idee für ein eigenes Drehbuch auf …

Brikada-Empfehlung: „Gegenüber“ ist ein in jeder Hinsicht empfehlenswertes Buch für Frauen jeden Alters. Begrüßenswert: Erika Pluhar würzt Sätze mit „altmodischen“ Wörtern wie Plaudertasche, flugs, meschugge.

Über die Autorin: Erika Pluhar, Jahrgang 1939, ist Schauspielerin, Autorin und Sängerin. Bis 1999 war sie seit ihrer Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar Burgtheater-Schauspielerin. 2009 erhielt sie den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.

Erika Pluhar: „Gegenüber“, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 430 Seiten, Euro 22, ISBN 978 3 7017 1674 6, erschienen im Residenzverlag, Salzburg/Wien.
Doris Losch

Weitere Informationen:
www.residenzverlag.at

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