Jutta Mehler: „Moldaukind“


Die Moldau ist für die zehnjährige Friederike Habel und ihre Geschwister nichts weiter als ein kümmerlicher Bach, an dessen Ufer sich ihr Leben abspielt. Ein Leben, das karg und entbehrungsreich ist, aber auch glücklich und sorglos. Doch dann bekommen auch sie im tiefen Böhmerwald die Auswirkungen der Machtübernahme durch die Nazis zu spüren. Nach dem Krieg werden Friederike und ihre Familie mitsamt der traumatisierten Jüdin Esther, der sie Unterschlupf gewähren, vertrieben. Auf der deutschen Seite der Grenze finden sie eine neue Heimat; hier ist das Leben nicht weniger karg und fließt doch weiter wie ein sich windender Fluss. Der Roman rührt an, ohne kitschig oder gar pathetisch zu wirken. Eine Romanhandlung, die den Leser nachdenklich und wehmütig zugleich stimmt.

Die Autorin Jutta Mehler, Jahrgang 1949, lebt als freie Autorin in Bernried (Niederbayern).

Jutta Mehler „Moldaukind“. Die Geschichte der Friederike Habel; Roman; 304 Seiten; 16.90 Euro; Köln: ISBN 3-89705-452-3; Emons Verlag, Köln.

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