ZDF: Tod eines Mädchens

Zum Inhalt: Ein beschaulicher Ort an der Ostseeküste: Am Strand wird ein 14-jähriges Mädchen tot aufgefunden. Die ortsansässige Kommissarin Hella Christensen (Barbara Auer) erkennt die Tote sofort – ist sie doch mit den Eltern des Opfers, Silke und Hauke Broder (Anja Kling, Jörg Schüttauf), eng befreundet. Das beeinflusst ihre Arbeit, und es fällt ihr schwer, gegen die Bewohner der eigenen Gemeinde zu ermitteln. Anders ihr neuer Vorgesetzter, Kommissar Simon Kessler (Heino Ferch), der nüchtern an die Arbeit geht und die Ermittlungen übernimmt.

Claudia Maxelon führte ein Interview mit Hauptdarstellerin Barbara Auer
"Nie mehr so wie es war"

Wie würden Sie die Figur der Hella Christensen beschreiben, und welcher Charakterzug hat Sie besonders angesprochen?
Hella ist eine bodenständige Kommissarin in einer kleinen Dienststelle an der Ostsee, die gerade aufgelöst worden ist. Sie soll ab sofort nach Kiel ins Hauptkommissariat. Aber bevor sie dort ihren Dienst antreten kann, wird ein vierzehnjähriges Mädchen tot am Strand gefunden. Es ist die Tochter ihrer nächsten Freunde, die sie von klein auf kannte und die mit Ihren Söhnen zur Schule ging. Und nun muss sie an der Seite ihres neuen Vorgesetzten, der einen ganz anderen Arbeitsstil als sie pflegt und in ihren Augen ein gefühlskalter Karrierist ist, versuchen, den Mörder dieses Kindes zu finden. Und ihre bis dahin so beschauliche Welt, in der sie immer glücklich und zufrieden war, fängt an, auseinander zu brechen.

 

Bildtext (v.l.): Hella Christensen (Barbara Auer) und Dorothe Mathiessen (Heidi Kriegeskotte). Foto: ZDF/Marion von der Mehden

Gefallen hat mir an Hella ihre Normalität. Sie ist weder cool noch irgendwie besonders, und ihre Lebensperspektiven sind nicht aufregend, aber sie ist eins mit sich. Will nichts anderes sein, als sie ist und nicht mehr haben, als sie hat. Eigentlich ist ihr Leben ein gutes Beispiel für die vielzitierte Entschleunigung, wenn es da nicht dieses Verbrechen gäbe und diesen Kollegen Simon Kessler, der genau das Gegenteil von ihr ist.

Ihr Kollege Simon Kessler gibt sich unnahbar und emotionslos und verlangt von Hella absolute Professionalität und Abgeklärtheit, obwohl sie das tote Mädchen sehr gut kannte. Wie geht Hella damit um?
Das ist sehr schwer für Hella, weil sie zwischen allen Stühlen sitzt. Einerseits möchte sie natürlich auch Jennis Mörder finden, andererseits aber will sie Freunde, Nachbarn und sogar ihre Familie dadurch nicht verletzen oder sogar verlieren.

Aus der scheinbar idyllischen, verschlafenen Wohnstraße wird ein Ort des Misstrauens und der gegenseitigen Verdächtigungen unter den Nachbarn. Ein Ort, an dem plötzlich alles denkbar sein muss. Hella sagt: "Alles, was mir im Leben wichtig ist, geht gerade kaputt." Wie meint Sie das?

 

Bildtext: Silke Broder (Anja Kling). Foto: ZDF/Stefan Erhard

Hella war mit ihrem Leben und seiner beschaulichen Routine zufrieden. Sie wollte nie weg aus Nordholm, hatte keine Karriereambitionen. Es war einfach gut so, wie es war. Und nun ist etwas passiert, wodurch sich alles verändert. Es wird nie mehr so sein wie es war. Und das ängstigt einen natürlich und macht traurig.

Was ist ihr Ausweg? Was würden Sie ihr raten, wenn Hella eine Freundin wäre?
Sich auf sich selbst zu besinnen und den Werten zu vertrauen, mit denen sie bisher ihr Leben gut gelebt hat und die ihr immer wichtig waren.
 

Bildtext (v.l.): Hella Christensen (Barbara Auer), Simon Kessler (Heino Ferch), Mareike Thiel (Anna Unterberger), Uwe Hahn (Gustav Peter Wöhler), Lars von Ahnefeld (Johann von Bülow), Silke Broder (Anja Kling), Hauke Broder (Jörg Schüttauf), Torben Broder (Hinnerk Schönemann). Foto: ZDF/Stefan Erhard

Weitere Informationen:
www.zdf.de

Titelbild: Hella Christensen (Barbara Auer). Foto: ZDF/Stefan Erhard