22. Mai – Kinostart für Fräulein Else von HFF-Absolventin Anna Martinetz

Am 22. Mai startet die Literaturverfilmung Fräulein Else nach der gleichnamigen Novelle von Arthur Schnitzler in ausgewählten Kinos in Deutschland und Österreich. Fräulein Else ist Anna Martinetz‘ Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Der Film feierte seine Weltpremiere beim Montreal World Film Festival und konnte danach weitere Erfolge auf zahlreichen internationalen und nationalen Filmfestivals wie z.B. dem Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken verbuchen.

Fräulein Else-Previews mit Anna Martinetz und Team
Zum Kinostart gab es öffentliche Previews in Anwesenheit der Regisseurin mit ihrem Team: Los ging es zum Geburtstag von Arthur Schnitzer am 15. Mai im Babylon Kino in Berlin; an diesem Abend wurde auch der Stummfilm Fräulein Else von 1929 gezeigt. Weitere Termine finden am 18. Mai im Theatiner Kino in München und am 23. Mai im Votivkino in Wien mit anschließender Party statt.

Fräulein Else – Zeitloser Konflikt ins heutige Indien verlegt
Schnitzlers Romanfigur Fräulein Else, Tochter eines renommierten Wiener Rechtsanwalts, macht Urlaub in den Bergen, als ihre Mutter sie mit der Bitte konfrontiert, den reichen Familienfreund Dorsday um ein Darlehen zu bitten, weil der Vater Mündelgelder veruntreut hat und kurz vor der Verhaftung steht. Dorsday bittet um eine Gegenleistung: Er will Else nackt sehen. Die junge Frau droht an ihrem inneren Konflikt zwischen Loyalität gegenüber ihrer Familie und dem Gedanken der Selbstprostitution zu zerbrechen…

Für Regisseurin Anna Martinetz eine zeitlose Situation, die sie in ihrer 70minütigen Verfilmung in der heutigen Zeit vor dem Hintergrund der Finanzkrise und in einem Hotel für wohlhabende Reisende in Indien spielen lässt. Dass Martinetz aus dem Dokumentarfilm-Genre kommt, spürt man schnell bei den Szenen, die das wirkliche indische Leben, gedreht auf offener Straße, in die Handlung integrieren. So verlagert sie Schnitzlers Novelle ins Hier und Jetzt einer aufstrebenden Industrienation mit konservativer Sozialisierung. Vor dieser Kulisse bilden die rein fiktiven Szenen des Films einen umso interessanteren Kontrast, den Martinetz noch verstärkt, indem sie die Figuren in leicht altertümlicher Sprache sprechen lässt – ihr Spagat vom Ursprung des Stoffs bis zu seiner zeitlosen Aktualität.

Fräulein Else ist Anna Martinetz‘ erster abendfüllender Spielfilm und zugleich ihr Abschlussfilm an der HFF München. Aktuell arbeitet Martinetz an der nächsten Verfilmung eines Klassikers der Weltliteratur: Anton Tschechows „Onkel Wanja“.

Weitere Informationen:
www.hff-muenchen.de
www.else-film.com

Titelbild: Else (Korinna Krauss): Eine junge Frau aus gutem Haus, die plötzlich mit den enormen Schulden ihres Vaters konfrontiert ist und versucht, ihn zu retten. Foto: www.else-film.com