India Records: Gabby Young veröffentlicht ihr Album „One Foot In Front Of The Other“ Ende März

Mit „One Foot In Front Of The Other“ erscheint nun nach den allerorten über den grünen Klee gelobten Alben „We're All In This Together“ (2010) und „The Band Called Out For More“ (2012) das dritte Studiowerk, das nach der schrillen Dynamik des Vorgängers erstaunlich introspektiv klingt und geradezu vertraulich-familiär wirkt. Natürlich gibt es auch hier den ihr so eigenen Circus Swing, ein Genrebegriff, auf den sich die Journaille angesichts ihrer schwungvollen Stilmixturen geeinigt hat – allem voran die Single „I've Improved“ und das Grande Finale „Back Where We Started“ – aber es überwiegen doch die intimeren, fragileren Songs, die das Gesamtkunstwerk Gabby Young um beeindruckend anmutig-sinnliche Momente ergänzen. „Die Songs sind sehr persönlich. Es gibt da Dinge, über die ich singe, über die ich mit meinen engsten Freunden nicht reden würde, was komisch klingt, zumal ich es ja nun irgendwie allen erzähle.“

Gabby Young scheint die Gegensätze zu lieben. Das liegt vielleicht auch in ihrer Natur. Einerseits ist sie der offenherzigste Mensch, den man sich vorstellen kann – und liebt es, wenn ihre Konzerte zum Happening geraten und sie danach noch mit den Fans stundenlang plaudern kann. Andererseits meidet sie Menschenmengen und die Gemengelage von Bars und Pubs tunlichst. „One Foot In Front Of The Other“ beginnt mit einem den Fans altvertrauten Song „Sur La Lune (…A French Ditty)“, ein Lied über die Magie und das Mysterium des Mondes, der in den meisten Kulturen der Inbegriff des Weiblichen ist und dem eine solch adäquat romantische Pianoballade gut steht. Nicht von der Hand zu weisen ist hier auch die Affinität zu Edith Piaf, die zu den ganz großen Idolen von Gabby Young zählt.

Der Titelsong „One Step In Front Of The Other“, melancholisch bis ins Mark, soll Menschen Mut machen, deren Leben erschüttert wurde, durch welches Ereignis auch immer. Sie wieder in die Spur bringen. Schritt für Schritt. Gabbys Gäneshaut-Manifest, denn die große Kunst der Gabby Young, die in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, besteht auch darin, alles, was sie anfasst, mit einer optimistischen Lebensfreude zu versehen, die ansteckend wirkt.

Geboren und aufgewachsen in Bath, wo Peter Gabriel in einem Anwesen sein Real World Studio eingerichtet hat, stammt Gabby aus einer großen Familie, in der jedes gemeinsame Essen ein Fest ist, bei dem herzlich viel gelacht und geplaudert wird. Gabby ist ein Wildfang, der schon früh von der Muse geküsst wird. Mit zwölf Jahren wird sie als bis dahin jüngstes Mitglied an der National Youth Opera aufgenommen. Bereits auf dem Weg als junge Opernsängerin zu reüssieren, entscheidet sie sich anders und nimmt – inspiriert von Jazz und Jeff Buckley – in London an Open Mic Nights teil.

Mit zwanzig Jahren arbeitet sie bereits an ihrem ersten Album, als eine Krebsdiagnose ihr ganzes Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellt. Gabby gewinnt den Kampf gegen die Krankheit und geht 2008 mit ihrer eigenen Band, den Other Animals, noch einmal an den Start. Das Konzept, von Akkordeon über Banjo und Mandoline bis zur Posaune und Trompete musikalisch alles in einen Topf zu werfen wie bei einer Ratatouille, geht auf. Gleichzeitig erwirbt sie sich – dank der gemeinsamen Design-Arbeiten mit ihrer Freundin, der Stylistin Katie Antoniou – einen Ruf als angehende Fashion-Ikone. Gabberdashery heißt ihre Online-Boutique, die eher wie eine Künstlerkommune funktioniert und von führenden Style-Magazinen mit viel Applaus und Titelseiten bedacht wird.

Gabby Young gehört zu der Generation junger Künstlerinnen, die alle Möglichkeiten einer multifunktionalen Welt voll und ganz zu nutzen wissen. Das neue Album „One Step In Front Of The Other“ hat sie zum Teil über Kickstarter durch Crowdfunding finanziert. Schon jetzt plant sie ein großes Event, zu dem diese Fans eingeladen werden sollen. War Gabby in jungen Jahren noch überzeugt, dass sie alles alleine hinbekommt, hat sie heute gelernt, ihr Netzwerk aus Freunden und Kreativen, das sie mit den Jahren um sich herum aufgebaut hat, sinnvollst auszuschöpfen. Selbst als Kuratorin des renommierten Londoner Southbank Festivals ist sie schon in Erscheinung getreten.

Gabby Young, Album: One Foot In Front Of The Other, VÖ: 28.03.2014, IMG/ India Records/ Rough Trade

Weitere Informationen:
www.gabbyyoungandotheranimals.com
www.india-media.de