Dagmar Fohl: „Palast der Schatten“

Umrahmt ist das Geschehen von Stummfilm-Atmosphäre – dramaturgisch durchdacht und angelegt. Expressive Freude und Schmerz, unendliches Leid, beklemmende Furcht und Angst, Hoffnungslosigkeit bis hin zur trügerisch-erlösenden Befreiung.

Flimmernd-löchrige schwarz-weiß Celluloid-Streifen lassen Raum für Leser-Phantasie und peitschen die Spannung an. Untermalt vom Filmerzähler Theo Blum und Kinopianistin Carla, deren verhängnisvolle Vergangenheit zum Auslöser der Geschichte wird. Stummfilmkino, kurz vor der Einführung des Tonfilms, alles inklusive, alles gleichsam hautnah spürbar.

Brikada-Bewertung: Eigentlich handelt es sich bei „Palast der Schatten“ (fast) um alles andere als um einen Kriminalroman. Vielmehr legt Dagmar Fohl hier ein literarisches Meisterwerk mit starkem Psycho-Einschlag vor. Allein die Diktion, genau angepasst an die Seelenbefindlichkeit der Hauptpersonen: wechselnd zwischen Staccato-Wortfetzen, kaskadenähnlichem Wortschwall und erzählerisch-behäbigem Duktus. So etwa die Passagen „Fürs Vaterland“, „Traumtänzer“ oder „Das schönste Geschenk“.

Und noch eines: „Palast der Schatten“ wurde kurz nach Erscheinen im September 2013 auf dem Internet-Portal für Historische Romane Histo-Couch zum „Buch der Monats" gekürt. Zu recht!
Brigitte Karch 

 

Über die Autorin: Dagmar Fohl absolvierte ein Studium der Geschichte und Romanistik in Hamburg und arbeitete mehrere Jahre als Kulturmanagerin. Nach Abschluss einer Gesangsausbildung war sie als Sängerin, Gesangslehrerin und Chorleiterin im In– und Ausland aktiv. Dann folgte ihre Tätigkeit als Schriftstellerin.
In Dagmar Fohls Romanen spiegelt sich die Vielseitigkeit der Autorin sprachlich wie inhaltlich wider. Eine hervorragende Recherche, eine niveauvolle Sprache und Figurenzeichnung im Einklang mit ungewöhnlichen, anspruchsvollen Sujets verleihen dem Genre „Historischer Roman“ eine neue Qualität.

Dagmar Fohl: „Palast der Schatten – Historischer Kriminalroman“, 243 Seiten, 12 x 20 cm, Paperback, 12,99 Euro, ISBN 978-3-8392-1461-9, erschienen im Gmeiner Verlag, Messkirch

Weitere Informationen:
www.gmeiner-verlag.de