Ingrid Noll: „Über Bord“


„Nonnenkloster“ wird das renovierungsbedürftige Anwesen der drei Frauen von der Nachbarschaft genannt. Hildegard widmet sich mit Erfolg ihrem Blumen- und Gemüsegarten und bäckt leidenschaftlich gerne Quarkkeulchen. Ellen langweilt sich bei der Arbeit im Einwohnermeldeamt und Amalia ist von ihrem Job in einer gynäkologischen Praxis auch nicht begeistert, von ihrem gepiercten Uwe umso mehr. Da taucht eines Tages ein gut aussehender Mann auf, der behauptet ein Halbbruder von Ellen zu sein. Sollte Vater ….? Ja, er hat, ein Gentest beweist es.

Die verwandtschaftlichen Verhältnisse werden immer verzwickter. Und Hildegard hütet auch ein Geheimnis. Hatte Oma tatsächlich einen One-night-Stand?? Auf die Luxuskreuzfahrt von Lissabon bis Monaco will sie nicht mit und das ist wahrscheinlich auch gut so. Denn – jemand geht über Bord. Daheim erobert derweil ein Hundewelpe die Herzen.

Ingrid Noll spinnt in ihrem neuen Buch wieder ein Netz an bunten Ideen und sehr weiblichem, leicht abgründigem Humor. Sie nimmt die Leser mit zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Kreuzfahrtstationen und schildert Menschen, die man irgendwie auch zu kennen glaubt. So ernst die Lage – vielleicht – ist, es liegt über allem eine gewisse Noll-Leichtigkeit, die selbst das Böse in mildem Licht erscheinen lässt.

brikada-Bewertung: Ingrid Noll bleibt die Beste. Eine schöne Sonntagslektüre, eine Mischung aus Behaglichkeit und Spannung.
Doris Losch

Leserbewertung:
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Ingrid Noll: „Über Bord“, 338 Seiten, Hardcover Leinen mit Schutzumschlag, Euro 21.90, ISBN 978 3 257 06832 0, erschienen im Diogenes-Verlag,Zürich.

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