Amélie Nothomb: „Der japanische Verlobte“


Das Leben ist voller Überraschungen. Besonders, wenn man mit einem Menschen aus einer fremden Kultur zusammen ist. In "Mit Staunen und Zittern" (Grand Prix de l’Académie française) berichtete die Autorin von ihrer demütigenden Abwärtskarriere in einem japanischen Konzern. In ihrem neuen Roman erzählt sie die verrückte Geschichte ihrer ersten Liebe während jener Zeit. Mit ihrem japanischen Verlobten erlebte sie in Tokio Stunden von paradiesischer Heiterkeit und lernte so auch die schönen Seiten Japans kennen.

brikada-Bewertung: Bizarr, wehmütig, zart und zugleich unerbittlich konsequent Amélie Nothomb macht aus einer zwei Jahre andauernden Verlobungszeit ein persönliches Epos, das die Leserin nicht unberührt lässt. Fantastisch die Schilderungen einer Wanderung auf den Fuji, der für Japaner der "heiligen Berg" bedeutet! Die Wesensart der offensichtlich auf Distanz haltenden Autorin kommt bewusst oder unbewusst in ihrem Schreibstil zum Ausdruck, gepaart mit dem Stolz eines Samurai.

Amélie Nothomb hat einmal gesagt: "Ich existiere nur, wenn ich schreibe. Alles andere finde ich ziemlich langweilig." Diese Ansicht lässt sie auch im "Der japanische Verlobte" sehr deutlich werden.
bk

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Amélie Nothomb: "Der japanische Verlobte", aus dem Französischen von Brigitte Große, Hardcover Leinen, 176 Seiten, 18.90 Euro, ISBN 978-3-257-06746-0, erschienen im Diogenes Verlag, Zürich.

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