Friederike Schmöe: „Fliehganzleis“


Mit Kea Laverde als mehr oder minder freiwillige Ghostwriterin und Ermittlerin schuf Friederike Schmöe nach Katinka Palfy, eine zweite, sehr griffige Kriminalroman-Hauptfigur. In "Fliehganzleis" dreht es sich zunächst um einen harmlosen Auftrag. Auf Bitten von Larissa Gräfin Rothenstayn, die in der DDR aufwuchs und 1975 in den Westen fliehen konnte, soll Kea Laverde die Lebensgeschichte der Gräfin aufschreiben. Doch diese wird lebensgefährlich verletzt. Und für Kea Laverde wird aus dem Schreibauftrag ein Rechercheauftrag mit völlig unvorhersehbaren Folgen; denn im Zuge ihrer Nachforschungen stößt die Ghostwriterin auf nahezu undurchdringliches Schweigen. Das Verwirrspiel – wie sollte es in einem Krimi auch anders sein – löst sich erst ziemlich am Ende des 328-seitigen Taschenbuches.

brikada-Bewertung: Die Krimigeschichte wird geschickt spannungsgeladen aufgebaut und hält den Leser bis zum Schluss in Atem. Friederike Schmöe webt in den "schlichten" Krimi vermeintlich der Vergangenheit angehörenden sozialen Konfliktstoff ein. Sollte es der Autorin gelingen, ihre Romanfigur Kea Laverde weiterhin auf diesem Niveau zu führen, dürfte sie schon bald zu den "ganz Großen" anspruchsvoller deutscher Kriminalliteratur zählen.
Brigitte Karch

Über die Autorin:
Friederike Schmöe wurde 1967 in Coburg geboren. Heute lebt sie in Bamberg. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit ist die habilitierte Germanistin als Dozentin an den Universitäten in Bamberg und Saarbrücken beschäftigt. Mit Katinka Palfy, der kultigen Heldin ihrer ersten acht Romane, hat sie sich in der Krimiszene längst einen Namen gemacht. "Fliehganzleis" ist nach "Schweigfeinstill" der zweite Band ihrer neuen Krimiserie um die Münchner Ghostwriterin Kea Laverde.

Leserbewertung:
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Friederike Schmöe: "Fliehganzleis", Kea Laverdes zweiter Fall, Seiten: 327 / Abb.; Format: 12,0 cm x 20,0 cm, Paperback, 11.90 Euro, ISBN 978-3-8392-1012-3, erschienen im Gmeiner-Verlag, Messkirch.

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