Rupa & The April Fishes: ”eXtraOrdinary rendition”


Die Überraschung des Frühjahrs 2008 kommt aus San Franciscos Bay Area: Dort eilt eine Combo um eine betörende, polyglotte US-Inderin, die ihr Leben zwischen praktizierender Ärztin und Bandleaderin aufteilt, von Erfolg zu Erfolg. Rupa Marya und ihre April Fishes öffnen den Vorhang zu einem unvergleichlichem Musiktheater: Gipsy Swing, Texmex, Balkaneskes, Chanson, Latin Moods und American Folk finden sich darin, das Flair des kleinen Zirkus, des Moulin Rouge und der großen weiten Welt. Trompetenklänge schweifen zwischen Oaxaca und Osteuropa, ein außer Rand und Band geratenes Akkordeon zwischen Musette und Milonga, ein Schlagzeug changiert und jongliert zwischen peitschendem Hi-Hat und fein gekitzeltem Fell, das Cello bockt störrisch auf und ergeht sich dann wieder in leidenschaftlichem Schmelz.

Rupa erzählt mit erotischem Hauch und mädchenhafter Unbekümmertheit von einer Straßencafé-Szene in Paris, vom schmerzhaften Prozess des Songschreibens, wie Liebe seekrank machen kann und idiotische Regierungen ihrer Bevölkerung Angst einjagen. Sie erzählt von den Leiden des Billigflug-Reisens, vom Verlust eines Malers, den sie liebte und – ergreifend zu Tabla-Begleitung, auf Hindi – vom Tod ihres Vaters. Und zum Finale stimmt sie gar eine Art Shanty an, der aus dem Stand zum Kanon des American Folk gehören sollte. Vergleiche von Pink Martini über Keren Ann bis Lhasa stehen im Raum, doch letztendlich entzieht sich Rupa Marya ihnen allen. Selten hat jemand so treffend die Freuden und Leiden des Vagabundentum im 21.Jahrhundert in Töne gekleidet. Musik fürs Auswandern, mindestens aber den Frühjahrstrip in die Provence !

Rupa & The April Fishes: ”eXtraOrdinary rendition” label: Cumbancha Vertrieb: Indigo
VÖ: 16. Mai 2008

Weitere Informationen:
www.cumbancha.com/albums/extraordinaryrendition

(Der Link wurde am 03.04.2008 getestet.)