Ingrid Werner (Hrsg.): Mordsmäßig Münchnerisch

München ist die Stadt der Schönen und Reichen? Vielleicht … aber sie ist auch die Stadt der Meuchelmörder! Das Grauen geht um, von Giesing über das vornehme Bogenhausen bis ins einst von München gekaperte Pasing.

Überhaupt Pasing. Hier spielt die amüsant-abgründige Story über „Graf Porno“ aka Alois Brummer, Produzent der unsäglichen „Jodeln-in-der Lederhose“-Filme. Besonderer Dank gilt Autor Moses Wolff, dessen Meinung über die bauliche Verschandelung Pasings nur balkendick unterstrichen werden kann. Als Rezept gibt es das Saure Lüngerl.

Selbiges ist relativ harmlos. Die Bissen im Hals stecken bleiben den Lesern beim Voressen bzw. den Rinderkutteln (Milbertshofen) und der Leberknödelsuppe (Isarvorstadt). Der Semmelschmarrn vom Lehel erinnert ein wenig an den Boandlkramer vom Brandner Kasper.

So essen sich die Leser genüsslich-gruselnd immer an der Blutspur entlang durch die Viertel der bayrischen Landeshauptstadt und verkosten im Geiste Schweinshaxe (Altstadt), Reherl mit Ei (Bogenhausen), Schinkennudeln (Haidhausen), Rohrnudeln (Solln), Hollerkücherl (Ludwigsvorstadt) und viele andere traditionelle Schmankerl mehr.

Natürlich finden sich auch Politisch Korrektes – „Auf gute Nachbarschaft“, spielend im neuen Stadtteil Riem, von Bettina Brömme, Topfenstrudel – und eine ebenso sich auf der Höhe der Zeit bewegende Liebesgeschichte von Lisa Graf-Riemann – „Das Handtaschen-Nannerl, der Hundini und die Gräfin“, angesiedelt in Giesing, Dradiwixpfeiferl.
Die Rezepte gelingen allesamt totsicher …

Brikada-Empfehlung: Schauen Sie genau hin, wenn Sie gerade vor einem vollen Teller sitzen …
Autorin: Doris Losch

Ingrid Werner (Hrsg.): „Mordsmäßig Münchnerisch – 20 Stadtteilkrimis & Rezepte“, Taschenbuch, 216 Seiten, 12.90 Euro, ISBN 978 3940839 55 8, erschienen im Hirschkäfer-Verlag, München.

Weitere Informationen:
http://hirschkaefer-verlag.de