Augsburg: Fußball ist weder männlich noch weiblich


Barbara Emrich und Anita Conradi, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Augsburg, moderierten durch den bemerkenswerten Abend. Bemerkenswert vor allem deshalb, weil man mit Marianne Maier, Historikerin, Politologin und Fußballforscherin von der Technischen Universität München, eine exzellente Wissenschaftlerin und Rednerin vorstellen konnte.

Fußball nur Männersache? Keineswegs! Marianne Maier brachte es rasch auf den Punkt. Sie selbst kann Fußball spielen, Eishockey spielen und am nächsten Tag Salsa tanzen. Aus ihrer Sicht, hinreichend Beweis, dass Fußballspielen weder männlich noch weiblich ist.

Vielmehr entstehen diese Vorstellungen in überlieferten Rollenbildern, und die gilt es zu verändern.
„Wenn Sport als Werkzeug eingesetzt wird, kann man Berge versetzen. Es kommt jedoch auf die sportdidaktische Inszenierung an“, meint die gebürtige Schweizerin. Will heißen: Sport muss unter ganzheitlichen Aspekten gesehen werden und alle Akteure einbinden. Also „nicht nur Sport von Frauen für Frauen, sondern zum Beispiel Kinderfußball, gemeinsam für Mädchen und Jungen“ betreiben. Wichtig sei es auch, Vorbilder zu schaffen! Denn „gegenseitige Wertschätzung erfährt man durch Sport und Bildung“, unterstrich die mit viel Beifall bedachte Wissenschaftlerin.

Im Interview mit dem Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl entlockte Anita Conradi dem Stadtoberhaupt einige bemerkenswerten An- und Einsichten. Aus dessen Sicht gelte es drei wichtige Ziele für Frauen zu realisieren. So sollte man „nicht zwanghaft daran denken, keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Frauen und Männern“ herzustellen. Zudem sollten die gleichen Strukturen für Einkommensverhältnisse geschaffen und der „naturgegebenen Rolle der Frau viel mehr Rechnung tragen werden.“ Dazu gehören bessere Wiedereinstiegsmöglichkeiten in den Beruf. Die Stadt Augsburg sei zwar ein frauenfreundlicher Arbeitgeber, doch Gribl musste einräumen, dass es in der Führungsetage der Stadtverwaltung eine eher rückläufige Bewegung gäbe. „In der 1. Liga, um im Bild zu bleiben“, so der OB, „finden sich sechs Frauen und 45 Männer.“

Musikalisch sorgte die vierköpfige Pop- und Rock-Mädchenband Pink@ding für fetzige Stimmung.

Weitere Informationen:
www.augsburg.de

Bildunterschrift (v.l.): Sabine Batsch wurde wegen ihrer Verdienste um den Mädchen- und Frauenfussball mit einer Urkunde der Stadt Augsburg geehrt; Marianne Maier, Anita Conradi und Barbara Emrich. Foto: Brigitte Karch

(Der Link wurde am 06.03.2011 getestet.)