Frauen im Sport – Start der Frauenfußball-WM


"Frauen treten im Sport erfreulicherweise immer deutlicher in Erscheinung. Im Bayerischen Landessportverband beträgt der Frauenanteil mit über 1,6 Millionen Frauen knapp 39 Prozent. Allerdings besteht nach wie vor eine große Diskrepanz zwischen dem Anteil der Frauen, die aktiv Sport treiben und ihrem Anteil in Gremien und Spitzenämtern. Die Führungsfunktionen in Sportorganisationen liegen noch überwiegend in männlicher Hand. Hier brauchen wir noch stärkere Mitspracherechte und Kompetenzen für Frauen in den entscheidenden Gremien", erklärte Bayerns Frauenministerin Christa Stewens, die zugleich Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung ist, in München.

"Bereits 2003 haben wir die Situation der Frauen in bayerischen Sportorganisationen näher beleuchtet und Empfehlungen an die Sportorganisationen gegeben. Nun werden erste Erfolge sichtbar", so Stewens unter Hinweis auf den steigenden Anteil der Frauen in den Präsidien. In den Ländern liege dieser Anteil durchschnittlich bei knapp 21 Prozent, in Bayern hingegen seien im Präsidium bereits ein Drittel der Mitglieder Frauen. Die Ministerin forderte die Sportorganisationen auf, ihr Engagement für mehr Chancengleichheit weiter zu intensivieren: "In den Satzungen der Sportbünde, Fachverbände und Vereine sollten konkrete Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils verankert werden. Das Engagement der Sportverbände darf sich nicht auf die Vermarktung erfolgreicher Frauenteams beschränken."

"Auch im aktiven Sport war der Weg zur Gleichberechtigung für Frauen mit vielen Stolpersteinen gepflastert. Bei den ersten olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen durfte keine einzige Frau antreten. Diese wurden mit stereotypen Vorstellungen über das Wesen der Frau ausgegrenzt. Frauen mussten sich die einzelnen Disziplinen Schritt für Schritt erobern. Eine besondere Signalfunktion hatte der Fußball – als eine der letzten männlichen Bastionen, die von Frauen erobert wurde", betonte Stewens mit Blick auf die Frauenfußball-Weltmeisterschaft, die vom 10. bis 30. September in China stattfinden wird: "Dem deutschen Nationalteam als amtierendem Weltmeister drücken wir die Daumen und hoffen, dass sie unmittelbar an ihren fantastischen Sieg 2003 anknüpfen können!"

Als namhafte Frauen, die wichtige Etappen in der Geschichte des Frauensports markierten, nannte die Ministerin beispielhaft Helene de Pourtalès als erste Olympiasiegerin im Jahr 1900 im Segeln, Nia Künzer, Torschützin des Golden Goal 2003, oder Birgit Prinz, die jüngst zum siebten Mal in Folge zur Fußballerin des Jahres in Deutschland gekürt wurde.