Von närrischen Weibern und Nachtumzügen am Romantischen Rhein

Die Tradition der Möhnen
Am Weiberdonnerstag (in diesem Jahr am Donnerstag, 12. Februar) übernehmen die Möhnen am Rhein das Regiment. Möhnen werden im kölnisch geprägten rheinischen Karneval die närrischen Weiber genannt. Das Wort wird dabei fast ausschließlich in der Mehrzahl gebraucht, vermutlich weil sie nahezu ausnahmslos in Gruppen auftreten. Mit festen Ritualen werden die Karnevalstage, vor allem der Weiberdonnerstag, bei den Möhnen organisiert. Ohne "Obermöhne" geht es dabei nicht. Die Obermöhne ist die Präsidentin des Damenkomitees und verkörpert im Karneval die frauliche, gemütsvolle, bodenständige Rolle, die mitten im Leben steht und wortgewandte Speerspitze der Damenkomitees ist.

Das Wort "Möhne" kommt vom ursprünglichen Wort „Muhme" und bezeichnete im westmitteldeutschen Sprachraum bis etwa 1880 eine weibliche Verwandte von Mutterseite. Erst später bezeichnete dieser Begriff die Frauen, die an Weiberfastnacht das Regiment in den Städten und Dörfern übernahmen.
 

Bildtext:  Am Rhein übernehmen die Möhnen an Weiberdonnerstag das Regiment. Foto: Romantischer Rhein Tourismus GmbH, Koblenz

Die Weiberfastnacht, im Rheinland Altweiber genannt, ist für die Möhnen der wichtigste Tag im Jahr. An diesem Tag werden regional sehr unterschiedliche Bräuche gepflegt. In vielen Orten ziehen die Möhnen bereits am frühen Morgen in Verkleidung feiernd und lärmend durch ihren Heimatort, nehmen das Rathaus in Beschlag, ziehen durch Geschäfte und versperren mitunter Straßen, um von Autofahrern und Passanten Spenden zu erbitten. Nachmittags treffen sich die närrischen Weiber dann häufig in Bürgerhäusern, Sälen und Gaststätten zu Möhnensitzungen. Diese Sitzungen heißen dann "Möhnekaffee" oder "Möhneklatsch". Dort ist männlichen Personen der Zutritt bis in die Abendstunden verboten und steht unter närrischen "Strafen" wie z.B. dem nach Hause bringen der Obermöhne oder einer Lokalrunde. Letztere gibt auch jene Möhne, die die einzige im Kuchen versteckte Kaffeebohne findet.

3 x Müllem Helau
Der Möhnen-Club 1950 Mülheim e.V. zählt zu den größten Möhnenvereinen Deutschlands. Der große Möhnenumzug am Schwerdonnerstag ist der karnevalistische Höhepunkt der Stadt nahe Koblenz. Dann werden Obermöhn Heidi I., Zirkusprinzessin in aller Bescheidenheit, und Möhnerich Konni I. mit der flotten Lippe vom Zirkus Azhari mit ihrem Hofstaat das Regiment übernehmen.

Erika Pörtner, die erste Vorsitzende des Möhnen-Club 1950 Mülheim e.V. wünscht sich für die Karnevalstage, „viele Zuschauer bei hoffentlich strahlendem „Möhnenwetter“, viele Gruppen mit tollen Kostümen und einfach nur Spaß und Freude für alle“.

Pünktlich um 14.11 Uhr startet die bunte „Möhnen-Schlange“ und zieht durch die Straßen von Mülheim-Kärlich. Die Auflösung ist an der Rheinlandhalle in Mülheim. Ab 16.11 Uhr beginnt die „Möhnen-Party“ in der Rheinlandhalle: LIVE – mit der Nr. 1 Party-Rock-Band aus Köln „ Kontrollverlust“ und DJ „Wänna“. Schon ab 12.11 Uhr ist das „Möhnenzelt“ am Rathausplatz geöffnet.

Bildtext: Am Rehin ist die 5. Jahreszeit ausgebrochen. Foto:  Romantischer Rhein Tourismus GmbH, Koblenz

Jecken und normal Sterbliche, die den Rheinischen Karneval einmal erleben wollen, erhalten Informationen und Unterkünfte bei der Romantischer Rhein Tourismus GmbH, An der Königsbach 8, 56075 Koblenz, info@‎romantischer-rhein.de.
(Quelle: rr)

Weitere Informationen:
www.romantischer-rhein.de

Titelbild: Am Rhein übernehmen die Möhnen an Weiberdonnerstag das Regiment. Foto: Romantischer Rhein Tourismus GmbH, Koblenz