Advent und Weihnachten in Bayerisch-Schwaben 2014

Lesesonntag: Einige der Krippen, Kunsthandwerk und lebendigen Adventskalender dauern bis ins neue Jahr hinein, andere finden nur wenige Tage lang statt. Eine große Fangemeinde allerdings hat jeder einzelne Markt zwischen Oettingen im Norden der Region und Illertissen im Süden, zwischen der Donau-Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm im Westen und Aichach im Osten.

Ob in einem Schlosshof oder auf einer Insel, in einer der jahrhundertealten Innenstädte oder auf einem romantischen Marktplatz – die Weihnachtsmärkte mit dem unwiderstehlichen Duft von Glühwein und Lebkuchen, Bratwürsten oder Schupfnudeln mit Kraut sind in jedem Jahr ein Besuchermagnet.

Jeder Ort in Bayerisch Schwaben hat seine eigenen Traditionen und Brauchtümer. So ist der Christkindlesmarkt in Augsburg seit mehr als drei Jahrzehnten für das „Engelesspiel“ bekannt: 23 Engel erscheinen in den Fenstern des Renaissance-Rathauses und musizieren auf himmlischen Instrumenten. Der Rathaus-Platz selbst verzaubert in der Vorweihnachtszeit als einer der schönsten Weihnachtmärkte in Deutschland. Den besten Blick auf dieses Meer aus Lichtern, die acht Meter hohe Weihnachtspyramide und den großen Christbaum haben Besucher vom Perlachturm aus. Und wer noch wichtige Post loswerden will: Das Himmlische Postamt nimmt Briefe für das Christkind entgegen.

Bildtext: Christkindlesmarkt in Dillingen. Foto Bayerisch-Schwaben/TVABS

Engel, Sterne, Märchenzeit
In anderen Orten wird das Rathaus zur Weihnachtsmarktzeit zu einem überdimensionalen Adventskalender – so zum Beispiel in Aichach: Vom 1. Dezember an öffnet der Nikolaus mit seinen Engeln jeden Tag um 17.30 Uhr ein kunstvoll gestaltetes Fenster. Nicht minder beeindruckend ist der Friedberger Advent beim historischen Rathaus, der bei Groß und Klein immer wieder auf große Resonanz stößt. Besonders schön für Kinder ist das Gersthofer Winterglühen: Märchenzelt, Weihnachtsbasteln, Kinderkarussell und die lebende Krippe machen den Weihnachtsmarkt im Landkreis Augsburg zu einer abwechslungsreichen Veranstaltung für Kinder. Erwachsene können sich auf das täglich wechselnde Bühnenprogramm mit Vorführungen freuen.

Schlösser, Burgen, Handwerkskunst
Viele der Schlösser, Burgen und Gutshöfe der Region verwandeln sich in der Adventszeit zu malerischen Kleinoden, in denen man einen Einblick in das Leben vergangener Zeiten bekommt. Oft im Fackelschein zeigen traditionelle Handwerker ihr Können, die Atmosphäre ist dabei meist so rustikal wie die Umgebung. Überall können die Besucher sicher sein, dass sie ausgefallene Weihnachtsgeschenke und erstklassige kulinarische Angebote bekommen.

Teils finden die Märkte an allen vier Adventswochenenden statt, so wie auf Gut Mergenthau, wo man auch seinen Christbaum aussuchen kann. Ebenfalls an allen vier Wochenenden: die Bäuerliche Weihnacht auf dem Hofgut Bäldleschwaige sowie der märchenhafte Markt auf Schloss Neuburg an der Kammel. Beim Weihnachtsmarkt im Affinger Schlosshof – einst zum schönsten Weihnachtsmarkt Bayerns gekürt – verkaufen die Handwerker auch am 3. Adventswochenende ihre Produkte.

Bildtext: Krippenausstellung Roggenburg. Foto: Bayerisch-Schwaben/TVABS

Andere Weihnachtsmärkte beschränken sich auf ein, zum Teil verlängertes, Adventswochenende, sind dadurch aber nicht minder erlebenswert: So sind bei der Schlossweihnacht in der Blumenstadt Rain vor allem regionale Künstler am Werk wie Glasbläser, Klöpplerinnen und andere Meister ihres Fachs. Ganz im Zeichen von Nikolaus- und Christkindbesuch steht der Wemdinger Markt, der zeitgleich mit dem Nikolausmarkt in der Fuggerstadt Weißenhorn stattfindet. Den einzigen Weihnachtsmarkt auf einer Insel hat Donauwörth zu bieten. Auf der Altstadtinsel Ried sorgen Kunsthandwerk, kulinarische Köstlichkeiten und stimmungsvolle Musik im Kerzenschein für Adventsromantik.

Bayerisch-schwäbische Krippenkunst
Ein großes Thema an vielen Orten: Krippen. So wird etwa die Familien- und Kinderregion Günzburg das „Schwäbische Krippenparadies“ genannt. Denn in diesem Teil Bayerisch-Schwabens sind besondere Krippenformen entstanden, die es sonst nirgendwo gibt. Dazu gehört die Simultankrippe, die mehrere Szenen aus dem Leben Jesu Christi parallel darstellt. Nicht nur in Kirchen sind besondere Exemplare ausgestellt, auch viele Privatleute zeigen prachtvollen Krippen, die oft seit Generationen im Familienbesitz sind. Die Krippenausstellung im Kloster Roggenburg wird erst eröffnet, wenn das neue Jahr bereits begonnen hat – dazu gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Einen eigenen Krippenweg bietet der Weihnachtsmarkt in der zauberhaften Altstadt von Nördlingen, der die gesamte Adventszeit hindurch geöffnet hat. Und auch in Wertingen können Krippenfreunde an 31 Stationen eines Krippenwegs verschiedenste Raritäten bestaunen: alpenländische, orientalische oder lebensgroße Krippen, Wurzel- oder Schneekrippen. Beim Gundelfinger Weihnachtsmarkt ist neben der größten Adventslaterne der Region in diesem Jahr eine märchenhafte Porzellanpuppenausstellung zu sehen.
(Quelle:TVABS)

Weitere Informationen:
www.bayerisch-schwaben.de/weihnachtsmaerkte

Titelbild: Augsburger Christkindlesmarkt. Foto: Bayerisch-Schwaben/TVABS