München: Der Wiesn-Maßkrug 2013


Vorweg gesagt: der Entwurf des diesjährigen Oktoberfest-Maßkrug stammt von Akim Sämmer, Jahrgang 1992. Er studiert an der Münchner U5-Akademie in der Einsteinstraße Kommunikationsdesign.

Echt bemerkenswert: Sämmer weicht mit seinem Wiens-Maßkrug-Design ziemlich herausfordernd von den bisherigen Sujets ab. Statt behäbiger Bayern-Tradition und sattsam bekannter Wiesn-Gemütlichkeit, lässt er ein eher psychedelisch anmutendes Motiv entstehen. Lebensfreude? Gewiss! Oktoberfest-Merkmale – Brezn, Luftballons und weiß-blaue Rauten-Flagge sind auch dabei. Es ist halt so: man mag das Motiv oder nicht, es hat aber unter dem Stichwort „moderne Interpretation“ durchaus seine Berechtigung.

Nach den obligaten Begrüßungsreden von Hackerbräu-Festwirt Anton Roiderer, zugleich Sprecher der Wiesn-Wirte, und Dieter Reiter, Referent für Arbeit und Wirtschaft, ging es mit Josef Brustmann, Kabarettist und Multiinstrumentalist, fast umgehend zur Sache.

Eigentlich sollte es ja eine Laudatio auf den Wiesn-Maßkrug 2013 sein. Doch – und das ist durchaus legitim – haben alle Laudatoren die Chance, Kostproben ihrer kabarettistischen Fähigkeiten vorzutragen. So auch Brustmann „hintersinnig, humorvoll, mit Musik und Wortakrobatik“ – wie’s in der Pressemitteilung heißt. Wäre ja alles in Ordnung, wenn er sich einige „olle Kamellen“ unpassender Frauen“witze“ erspart hätte …

Den Wiesnkrug 2013 charakterisierte der Kabarettist mit: „Der neue Krug scheint der Durchschnittsgeschmack der ganzen Menschenheit zu treffen: er ist schön, freundlich, es ist ein heller Krug – fast traumhaft!“

Und dann gibt es doch noch einen reizenden weiblichen Lichtblick in dieser Männer dominierten Runde: der aktuelle Serienmaßkrug ist – seit 1987 – zusätzlich zum einfachen Keferloher auch mit Zinndeckelversion erhältlich. In diesem Jahr zeigt das Zinnmotiv ein Bildnis der Luftschifferin Wilhelmine Reichard (1788-1848). Sie war es, die in altbayerischer Nationaltracht im Jahr 1820 „auf der Theresien-Wiese am Oktober-Feste zu München“ eine Ballonfahrt startete. Ein sehr hübsch ausgewähltes Sujet in der 2011 begonnenen Serie „Münchner Originale“.

Die Firma Rastal, Höhr-Grenzhausen/Westerwald, stellt die Oktoberfest-Maßkrüge 2013 in einer Stückzahl von 70.000 Exemplaren her. Der Steinkrug kann während der Oktoberfestzeit (21. September bis 6. Oktober 2013) im Souvenirhandel, über das Internet sowie in den Festzelten erworben werden.
Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.oktoberfest.eu

Bildtext: Der Wiesn-Maßkrug 2013 mit Zinndeckel-Motiv (Detail). Foto: Rastal