Zenaida des Aubris: Spa-Aufenthalt in Rotorua (Neuseeland)


Wie kann man schöner eine neue Dekade als mit einem Spa-Aufenthalt beginnen? Und noch dazu, weit weg von dem dunklen, nassen, kalten Winter von Deutschland. Neuseeland ist das Zauberland mit über 100 heißen Quellen und etlichen Angeboten im Wellness-Bereich.

Ich gebe es zu – ich war in Rotorua und Umgebung im dortigen Winter (August). Jetzt, im dortigen Sommer, ist es noch schöner! So oder so, die Nord-Insel von Neuseeland ist für den Wellness-Fan unbedingt eine Reise wert – nicht nur die spektakuläre Natur der Süd-Insel. Die Erde brodelt förmlich unter den Füßen gerade in der Umgebung von Rotorua und zeigt sich von ihrer urigen Seite: wo auch immer man hinfährt, sieht man Dampfwolken inmitten von Feldern aufquellen. Nicht, dass es sich um ein Buschfeuer oder sonstige Katastrophe handelt, nein, es ist der Erden-Dampf der aus etlichen Ritzen entwischt.

Alleine die ca. zweieinhalbstündige lange Autofahrt von Auckland nach Rotorua ist es wert: Nachdem man die (übrigens einzige landesweite) Autobahn verlässt (immer schön links fahren!), verwandelt sich die Landschaft in eine kitschig-schöne, grüne Landschaft, mit heimeligen recht spitzen Hügeln, die berühmten Schafe, Kühe, alles ordentlich umzäunt. Dann fährt man durch den Fitzgerald Glenn und – plötzlich – verändert sich die Landschaft und man ist umgeben von einem Zauberwald von mannshohen Baumfarnen. Ich habe gejubelt!

Rotorua ist das seit Ende des 19. Jahrhundert gepflegte Zentrum dieser außergewöhnlichen Erdaktivität. Man riecht die kleine Stadt bevor man sie wahrnimmt – an Tagen nach einem starken Regen sollen es regelrecht Schwefelschwaden sein, die den Gast empfangen. Aber keine Angst, das sind natürliche Gase, sollen harmlos sein. Und die Gewässer, sowohl im Kratersee, wie aus den umliegenden Quellen, sind mehr oder minder an diesem Mineral reichhaltig. Man kann sich sogar aussuchen, ob man basisches oder saures Wasser zum Baden haben will – ich habe alles ausprobiert und kann nur sagen, die Haut wird samtweich und kleine Schürfungen verschwinden ganz wie von selbst.

Die Landschaft von Hell’s Gate – des Teufelstor – wurde von dem berühmten englischen Schriftsteller George Bernard Shaw so genannt, nachdem er sich dort umsah. Er soll gesagt haben, seine Feinde würden sich freuen, sollte er durch dieses Teufelstor gehen. Halb so schlimm – sieht eher nach Mondlandschaft aus (das kannte natürlich G. B. Shaw Ende des 19. Jahrhundert noch nicht), mit brodelnden und blubbernden heißen Töpfen aus dunkel grauem, braunem Schlamm. Danach geht man selber in den Spa-Teil (Waiorea) und sitzt in einem rechteckigem Bad, erwärmt mit Mineralwasser und voll weichem grauen Naturschlamm – himmlisch! Danach wird alles abgeduscht und man geht in das nächste, sulphurhaltige warme Wasserbad. Wenn dieses Bad zu Ende ist, ist man sooo entspannt, dass man dankbar auf die Massagebank fällt. Es folgt eine volle Stunde einer Maui-Massage: wie neu entspringt jede Eva oder Adam aus diesem Jungbrunnen!

Wem Hells Gate nicht luxuriös genug ist, geht in das Polynesian Spa – direkt am Rotorua See-Ufer, wo man mehrere unterschiedliche (Temperatur, basisch oder saures Wasser) Bäder zur Verfügung hat. Und selbstverständlich diverse Massage-Arten oder Kosmetikbehandlungen.

Orte wie Waitopea, wo verschiedene Mineralien dem Wasser und dem Schlamm Regenbogenfarben verleihen sind einmalig auf dieser Welt.

Letztendlich war ich dem schlechten Winterwetter dankbar, dass ich nicht auf die Süd-Insel fuhr, so konnte ich mich auf die Schönheiten der Nord-Insel konzentrieren und hat mir einen Grund gegeben, mich auf meine nächste Reise nach Neuseeland zu freuen um weitere Landschaften, Städte und Naturwunder zu erkunden.
Zenaida des Aubris

Bildtext: Zenaida des Aubris beim Spa-Aufenthalt in Rotorua.