Zenaida des Aubris: Buenos Aires lockt mit prickelndem Nachtleben


Diesmal berichtet Zenaida des Aubris aus Argentinien. "Mi Buenos Aires querido” – mein geliebtes Buenos Aires, so fängt ein sehr populärer Tango an. Die 1536 gegruendete und mittlerweile fast 13 Millionen große Hauptstadt Argentiniens ist wirklich zum liebhaben und/oder hassen. Architektonisch eine Mischung aus Madrid, Paris und Rom, erstreckt sie sich über endlose Kilometer nach Norden und Süden von der Mündung des Rio de la Plata. Tausende gelb-schwarze Taxis (nicht teuer) schwirren wie Bienen in den engen Straßen und breiten Avenidas, dazu abermals Tausende buntangemalte "colectivos” (Busse) die stundenlang in die entferntensten Gemeinden fahren.

Das Zentrum der Welt ist der große Obelisk auf der Avenida 9 de Julio. Von hier aus kann man Kilometer in jede Richtung gehen (besser noch – fahren) und die Stadt erkunden: In das Shopping Center Galerias Pacifico, ein umgebautes Ministerium aus dem 19. Jahrhundert, mit großer bemalter Innenkuppel und etlichen feinen Boutiquen; die Recoleta Gegend mit dem sehr gediegenen und eleganten Hotel Alvear Palace und dem berühmten Friedhof, wo auch Evita Perón bestattet ist, bewacht von einer Schar von Katzen; abends in Calle Corrientes mit den vielen Kinos oder nach La Boca zum obligaten Tango-Abend. Ich bin im Stadt-Zentrum zu Clásica y Moderna gefahren – ein über 70-Jahre altes Lokal mit kleiner Bühne und gutem Restaurant, bekannt für junge Talente und dem Buchladen im hinteren Teil.

Wie viele Metropolen ist auch Buenos Aires von Luftverschmutzung, Lärm und den üblichen Problemen von Klein-Kriminalität, Versorgungsschwächen bei Strom und Wasser geplagt. Jeder klagt maßlos über Politiker, Korruption, Bürokratie. Aber es wird alles mit einer gewissen Lässigkeit hingenommen "ya nos arreglaremos” – wir werden es schon hinkriegen. Und in der Zwischenzeit genießt man das Leben, mit einem Cortadito y Alfajor (Espresso mit einem Schuss Milch und einem Mürbekeks mit Dulce de leche – karamelisierter Milchkrème) hier, einem Asado (Grill-Ereignis mit viel Fleisch und Wein) mit Freunden dort… so vergeht eine Woche sehr schnell und ein neues Land – Chile – wartet auf Entdeckung.
Zenaida des Aubris
Fortsetzung folgt

Bildtext: Zenaida des Aubris (r.) beim Kaffeetrinken im eleganten Hotel Alvear Palace.