München: Prächtige Oktober-Wiesn: gelassen und erfolgreich (Nachbericht)


Das zum zweiten Mal heuer eingerichtete Familien-Platzl wurde voll angenommen, von jungen Familien, Omas und Opas mit den Enkeln, aber auch als Geheimtipp für etwas mehr ruhesuchenden Biergartengänger. Neben den diensttäglichen Familientagen, dem äußerst Besucher starken ersten Montag gehörte im Schaustellerbereich der Feiertag, 03. Oktober den kleinen Wiesn-Gästen.

Alle Wiesn-Neuheiten 2007 haben sich bestens eingeführt. „Höllenblitz“ “ der Coaster lockte mit Rusty Erwachsene und Kinder in die Goldgräbermine. Mit dem Hammerschlag wurde so mancher Partner in den siebten Himmel geschossen. Der neue Distel-Autoscooter, made in Italy, beeindruckte mit seiner neuen LED-Lichttechnik und Solarstrom-Aktion. Die Gaudischaukel, ebenso wie der aus Niederbayern stammende Pemperlprater boten Spaß für die gesamte Familie. Auch bei den Spielbuden herrschte reges Treiben.

Der Trend zur traditionellen Schmankerl-Trilogie “ Bier, Hendl, Brezn “ blieb bis Ende der Wiesn konkurrenzlos bestehen. Die Wiesn-Gastronomie verzeichnete ein Plus von rund zehn Prozent. Die so genannten kleinen Wiesn-Wirte freuten sich über den reißenden Absatz von Schweinsbraten und anderer bayrischer Köstlichkeiten wie Haxn,

Obatzter, Kaiserschmarrn, Knödeln und „Auszogne“. In den Mittelbetrieben ging das neue Konzept des Besucherwechsel im Zwei-Stunden-Takt voll auf. Die Gäste zeigten Verständnis und gingen zum Nachtisch auf die Schaustellerstraße.

Die Brotzeit im Biergarten wurde mit Emmentaler und Brezen aus dem Straßenverkauf zelebriert. Auch die Fischsemmel auf die Hand oder der Leberkäs-Snack schmeckte mit einer frischen Maß Wiesn-Bier im Freien. 104 Ochsen wurden in den 16 Tagen (2006: 102 in 18 Tagen) mit Genuss verspeist.

Kulinarische Köstlichkeiten in Bio-Qualität waren heuer besonders beliebt: Die zertifizierten Wiesn-Betriebe offerierten von der Bio-Schokobanane bis zum Schaschlik (fast) alles.

Im Süßwarenbereich wärmte die (Luxus)Mandel bei frischeren Temperaturen am Abend oder bei Regen. Das Speiseeis in jeglicher Variation war bei Sonnenschein gefragt. Erfreulicherweise wurde das Münchner rote Schokoherz wieder entdeckt und gerne an den Schatz verschenkt. Zum Ende der Wiesn wurden die traditionellen Lebkuchenherzen um den Hals immer größer.

Die Installation von Solar-Anlagen, Energiesparlampen, Spezial-Spülmaschinen für Wasser-Recycling, die Verwendung von biologisch abbaubarem Hydrauliköl, für den Bezug von Öko-Strom trugen auf der Wiesn 2007 zum Schutz der Umwelt bei. Eine erhebliche Entlastung der Umwelt bewirkt die Reduzierung von Abfall durch die Regularien der Festleitung wie etwa Verbot von Einweggeschirr, verbindliches Recycling von verwertbarem Abfall. Die Vorschriften führten zu einer Einsparung von ca. 50%. Das Umwelt-Konzept des Oktoberfests, das 1997 mit dem „Bundesprojektpreis für die umweltschonende Organisation von Großveranstaltungen“ ausgezeichnet wurde, ist weltweit ein Vorbild.

Mit rund 6,7 Mio. Maß Bier tranken die Wiesn-Besucher bis zu zehn Prozent mehr als im Vorjahr, gerechnet auf 16 Wiesn-Tage. Bei der warmen Witterung waren auch nicht alkoholische Getränke gefragt. Leider mussten wieder rund 200.000 Maßkrüge von aufmerksamen Ordnern in den Zelten und an den Haupthausgängen den Souvenirjägern abgenommen werden.

Zur diesjährigen Wiesn nahmen (bis zur Halbzeit des Volksfestes) 47 Mädchen, Frauen und Angehörige das Beratungs- und Betreuungsangebot der Sicheren Wiesn bisher wahr. Der Schwerpunkt lag dabei bei den 20- 30 Jährigen. Fast die Hälfte aller Beratenen waren in diesem Alter. Neben dem Beratungsangebot (38) wurde besonders häufig die Recherche nach Angehörigen, Hotel oder Reisegruppe (17), die Begleitung zu anderen Serviceeinrichtungen der Stadt bzw. zu Treffpunkten mit Angehörigen (15), sowie der Fahrdienst der Aktion, der dreizehn Mädchen und Frauen im Stadtgebiet sicher nach Hause brachte, in Anspruch genommen. Ein Nachsorgetermin wurde vier Frauen empfohlen.

Der Security Point ist als Anlaufstelle für Mädchen und Frauen in unterschiedlichen Notlagen gedacht. Er versteht sich als ein flankierendes Angebot zur persönlichen Betreuung und ergänzt die Arbeit der Sicherheitsbehörden vor Ort. Diese für Volksfeste weltweit einmalige Einrichtung wurde 2003 von den Organisationen IMMA, AMYNA und Frauennotruf München initiiert und mit Unterstützung der Festleitung eingerichtet.

Foto: Brigitte Karch©