Andrea Mojescick-Plieschnegger: „Eine Braut muss auffallen“


Nach ihrer fünfjährigen Ausbildung an der Modeschule in Villach, absolvierte die Österreicherin Andrea Mojescick-Plieschnegger die Meisterklasse in Graz. Heute hat sie ihr eigenes Atelier in Wien und arbeitet exklusiv für drei große Unternehmen.

Seit 2007 ist die Designerin beim deutschen Dirndlhersteller Krüger Dirndl beschäftigt. Für das Unternehmen entwarf sie nun die erste Hochzeitsdirndl-Kollektion.

Frau Mojescick-Plieschnegger, was muss bei einem Brautdirndl anders sein als bei der normalen Tracht?
Eine Braut muss immer etwas glamouröser wirken, sie muss auffallen und aus den Hochzeitsgästen herausstechen. Deshalb habe ich darauf geachtet, dass jedes Hochzeitsdirndl eine ganz spezielle Eigenheit besitzt. Allen gemeinsam ist aber, dass sie sehr aufwändig gearbeitet und mit zahlreichen Details versehen sind.

Was ist bei Brautmode erlaubt und was nicht?
Im Prinzip ist alles erlaubt. Ich habe sogar jedes Kleid so entworfen, dass es ohne Bluse getragen werden kann. Dahinter steckt ein rein pragmatischer Gedanke: Die meisten Hochzeiten finden im Sommer statt. Da ist es für die Braut doch angenehm, wenn sie die Bluse nach der kirchlichen Trauung einfach ausziehen kann.

Aber ist ein Dirndl ohne Bluse überhaupt noch ein Dirndl?
Ja. Denn ich unterscheide zwischen echter, traditioneller Tracht und modischen Dirndl-Kleidern. Bei der echten Tracht ist in der Tat jede Einzelheit genau vorgegeben und muss strickt eingehalten werden – vom verwendeten Stoff bis zu den Schuhen, die man dazu trägt. Bei den Dirndl-Kleidern hingegen, die ich für den aktuellen Modemarkt entwerfe, darf ich mich austoben. Farben, Stoffe, Verzierungen und Accessoires kann ich frei wählen. Aber die strenge Trachten-Tradition genau zu kennen, ist für mich die entscheidende Voraussetzung, um als Designerin von Modedirndln überhaupt kreativ werden zu können.

Weitere Informationen:
www.krueger-dirndl.de

(Der Link wurde am 19.05.2012 getestet.)

Bildtext: Andrea Mojescick-Plieschnegger