Karin Schicht: „Entzückende Hüte verlangen nach reizvollen Hutaccessoires“


Sie hat sich ein treues Stammpublikum erobert, das insbesondere auf der jährlichen Mut zum Hut- und Schmuck-Schau in Neuburg an der Donau ihre ausgefallenes Kreationen bewundert. Aber auch viele Neukunden begeistern sich von den in überraschenden Variationen hergestellten Hut-Accessoires.

Der Kontakt zu Karin Schicht, Mutter drei erwachsener Kinder und mehrfache Großmutter, entstand durch Ute Patel-Mißfeldt, Initiatorin und Organisatorin der Hut- und Schmuck-Schau. Dort präsentiert Karin Schicht seit mehreren Jahren ihre handwerklich hergestellten Hutnadeln, aber auch Seidenschals, -tücher sowie edle Seidenbekleidungsstücke aus, die sie zuvor mit farbstarken und eindrucksvollen Motiven – mal abstrakt, mal gegenständlich – auf sehr ansprechende Weise bemalt hat.

Die in Altgablonz an der Neiße (ehem. Sudetenland) geborene Karin Schicht ging schon in jungen Jahren ihrem Vater zur Hand, der zusammen mit seiner Ehefrau das vom Großvater 1905 gegründete Jagd- und Trachtenschmuckgeschäft für Herrenhüte betrieb. Dort machte sie der Vater mit dem wunderschönen, jedoch sehr arbeitsaufwändigen Metier vertraut. Schon bald entwickelte das junge Mädchen ein ausgesprochenes Faible für "alles rund um den Hut". Die ihr eigene Fingerfertigkeit, ihr Gespür für schöne Dinge und Umsetzbarkeit kreativer Ideen taten ein Übriges, um ein Leben lang mit dem Thema "Hut" vertraut zu bleiben.

Nach dem 2. Weltkrieg bauten die Eltern das Geschäft in Neugablonz, bei Kaufbeuren, wieder neu auf. Karin Schicht absolvierte eine Schneiderlehre und arbeitete im elterlichen Geschäft eifrig mit. Nach der Firmenübergabe an ihre Brüder fand sie ihre wahre Chance durch die Heirat mit dem multi-talentierten Künstler Otto Schicht. Er war es denn auch, der sie beispielsweise in Airbrush- oder Seidenmalerei einweihte. "Mein Mann war freiberuflicher Grafiker, Maler und Zeichner, er machte Entwürfe und führte viele Auftragsarbeiten durch. Auch engagierte er sich voller Begeisterung in zahlreichen Vereinen der Region", erinnert sich Karin Schicht wehmütig, die durch ihren erst kürzlichen verstorbenen Lebensbegleiter nun – auf sich allein gestellt – ihren eigenen künstlerischen Weg beschreitet. Es war vor allem die ideale Ergänzung in menschlicher und künstlerischer Hinsicht, die die beiden über Jahrzehnte hinweg verband und die ihr jetzt die Kraft zum Weitermachen gibt.

Karin Schicht und ihr Mann zählen mit zu den von Ute Patel-Mißfeld Mitte der 90er Jahre gegründeten Seidenkunstverein, und seit langem ist sie auf der vor neun Jahren ins Leben gerufenen Mut zum Hut- und Schmuck-Schau in Neuburg an der Donau mit ihren Hutaccessoires präsent.

"Dadurch, dass die Hutmode unübersehbar wieder im Kommen ist, werden beispielsweise auch Hutnadeln, Broschen, Federn, Besatzstücke, Bänder, aber auch Schals und Tücher wieder stark nachgefragt", sagt Karin Schicht. Hutnadeln – so beschreibt sie die feinen, langen Metallnadeln mit großer Spitze und Stopper am Nadelende (sie schützen vor eventuellen Verletzungen) – "verziere ich mit Perlen, Draht, Stoff oder Filz, also Materialien, die ich nicht selten auf Flohmärkten finde. Alle meine Arbeiten, seien es Hutnadeln, bemalte Seidentücher, die sich um Hals oder wie ein Gürtel um die Taille tragen lassen, sind Unikate."

Karin Schicht präsentiert auf der 9. Mut zum Hut-Schau in Neuburg an der Donau vom 26. bis 28. September 2008 ihre entzückenden Hut-Accessoires. Zu dieser weltweit wohl einmaligen Verkaufsausstellung mit weit über 12.000 Hutkreationen für Damen und Herren werden über 120 Aussteller aus dem In- und Ausland erwartet.
Brigitte Karch

Bild: Karin Schicht mit Eigenkreation für eine Hutdekoration und Seidenschal. Foto: Brigitte Karch