Pfingstrosen versüßen den Juni


Sie blühen nun in leuchtendem Karminrot, zartem Rosa oder reinem Weiß. Die bekanntesten Pfingstrosen zählen zu den Stauden. Ihre oberirdischen krautigen Triebe ziehen sich im Winter in den Boden zurück. Im folgenden Frühjahr treiben sie aber aus dem Wurzelballen wieder aus “ und werden von Jahr zu Jahr kräftiger im Wuchs.

Die in Europa heimische Stauden-Pfingstrose, Paeonia officinalis, kennt man bei uns bereits seit der Antike. Wild wächst sie heute noch im Mittelmeerraum und in den Südalpen. Die europäische Stauden-Pfingstrose wurde bei uns schon früh als Garten- und Heilpflanze kultiviert. Über die Klostergärten gelangte sie in die ländlichen Bauerngärten und wird heute noch Bauern-Pfingstrose genannt. Über den Ruf einer derben Bauerngarten-Schönheit ist sie mittlerweile aber weit hinaus gewachsen. In eleganten Gärten darf sie heute nicht mehr fehlen. Dort gönnt man ihrer rauschhaften Blütenfülle ein exponiertes Plätzchen “ oder gar ein eigenes Beet.

Vor etwa 200 Jahren brachten reisende Engländer eine weitere Pfingstrose aus China mit nach Europa. Diese Chinesische Pfingstrose (Paeonia lactiflora) wird etwas höher als unsere heimische Art. Zudem zeigt sie eine große Formenvielfalt: sie blüht kuppel- bis schalenförmig, kann der klassischen Rose zum Verwechseln ähnlich sehen oder kugelrunde gefüllte Blütenbälle bilden. In der chinesischen Gartenkultur wurden Pfingstrosen schon vor mehr als 1000 Jahren verehrt und als Zierpflanzen kultiviert. Die Chinesen haben sie sogar zu ihrer Nationalblume ernannt. Und auch die Europäer haben schnell ihr Potenzial entdeckt: Durch Züchtung entstand aus der Chinesische Pfingstrose die heute besonders beliebte, dicht gefüllte Edelpfingstrose (Paeonia-Lactiflora-Hybride) mit einem breiten Sortenspektrum.

Die Pfingstrosen sind echte Schätze: Sie zeigen sich nicht nur pflegeleicht und robust, sie können auch mehrere Jahrzehnte alt werden. Einmal gepflanzt, bevorzugen Pfingstrosen allerdings am selben Standort zu bleiben. Stehen sie am falschen Ort oder werden zu groß, sollte der Wurzelballen bei der Umpflanzung unbedingt geteilt und an einem anderen Platz im Garten wieder eingepflanzt werden. Ideal sind sonnige, leicht lehmige und nährstoffreiche Böden.

Immer beliebter werden auch die verholzenden Strauch-Pfingstrosen. Sie stammen ursprünglich aus Fernost und bilden steife Triebe, die auch im Winter stehen bleiben. Neue Züchtungen haben besonders große Blüten und sind neben Rosa, Rot und Weiß auch in zartem Gelb zu bewundern. Die Strauch-Paeonien wachsen zu stattlichen Sträuchern heran und blühen bereits zwei bis drei Wochen vor den Stauden-Pfingstrosen.

In der gemischten Rabatte lassen sich Pfingstrosen schön mit Stauden wie Frauenmantel (Alchemilla), Katzenminze (Nepeta) und Pracht-Storchschnabel (Geranium magnificum) kombinieren, die zur gleichen Zeit wie die Paeonie in voller Blüte stehen. Da Pfingstrosen zum Teil sehr große und schwere Blüten ausbilden, hängen die Köpfe über und knicken leicht ab. Hier hilft eine Staudenstütze, sie hält die Blüte selbst bei Regen hoch. Nach der Blüte können Pfingstrosen direkt unterhalb der abgeblühten Knospe abgeschnitten werden. Dies verhindert die kraftzehrende Ausbildung der Fruchtstände und ist eine gute Vorbereitung für die noch üppigere Blüte des nächsten Jahres.

Quelle: PdM
Weitere Informationen:
www.der-garten-bewegt-mich.de

(Der Link wurde am 10.06.2007 getestet.)