Landesbäuerin Annemarie Biechl: Richtiges Hauswirtschaften hilft beim Klimaschutz


„Seit Jahren beklagt die Gesellschaft die Entwicklungen im Bereich der ernährungsbedingten Krankheiten sowie der Überschuldung privater Haushalte. Jetzt kommt noch der Weltklimawandel dazu. Bei der Lösung all dieser Probleme kann die Hauswirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten“, sagte die Landesbäuerin im Rahmen des derzeit stattfindenden Kreisbäuerinnen-Seminars im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching.

Sie lobte die Lösungsansätze, die von vielen verschiedenen Stellen erarbeitet wurden. Es reiche aber nicht aus, hauswirtschaftliche Kenntnisse projektbezogen zu vermitteln, kritisierte die Landesbäuerin. Zusätzlich müsse die hauswirtschaftliche Bildung stärker als bisher in festen Strukturen verankert und ausgebaut werden. „Wir brauchen endlich ein breites gesellschaftliches Bekenntnis zur Hauswirtschaft und politischen Umsetzungswillen“, forderte sie mit Blick auf die Lehrpläne der allgemeinbildenden Schulen. „Das Fach Hauswirtschaft und Ernährung muss dort stärker verankert werden, um allen Kindern eine Basis an hauswirtschaftlichen Kompetenzen mitzugeben, die die Grundlage für eine gesundheitsfördernde und umweltschonende Lebensweise des Einzelnen und später der ganzen Familie ist.“

Biechl wies darauf hin, dass hauswirtschaftliche Kenntnisse auch zum Klimaschutz und zur Lösung der CO2-Problematik beitragen können. „Ein wesentlicher Bestandteil hauswirtschaftlichen Handelns ist der ökonomische Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Momentan leben wir so, als hätten wir 1,3 Erden zur Verfügung.“ Sie betonte, dass sparsames Verhalten bei gleichzeitig hoher Lebensqualität immer schon ein Ziel guten hauswirtschaftlichen Handelns war.

„Wir müssen wieder den richtigen Umgang mit Geld sowie ressourcen- und energieschonendes Verhalten lernen“, forderte die Landesbäuerin. Als Beispiel nannte sie den Erwerb von Haushaltsgeräten. Es komme darauf an, die optimale Kaufentscheidung unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten sowie von Gerätemerkmalen wie Lebensdauer oder Stromverbrauch zu treffen. Die Kenntnis über energiesparendes Verhalten sei ein zentraler Aspekt der Hauswirtschaft. „Trockene Wäsche von der Leine gibt es zum CO2-Nulltarif, während das Trocknen im Wäschetrockner Energie verbraucht und damit schädliche Treibhausgase freisetzt“, verdeutlichte Biechl.

Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist der CO2-Ausstoß der privaten Haushalte seit 1990 viel weniger gesunken als im Bereich der Industrie. „Die Investition in hauswirtschaftliche Kenntnisse könnte Deutschland seinen ehrgeizigen Klimazielen ein Stück näher bringen“, betonte die Landesbäuerin.
Quelle: Bayerischer Bauernverband