Nicole Rupp: „Haben kommt von Sein“


„Haben kommt von Sein“ – ein Buch der Dipl.-Betriebswirtin Nicole Rupp “ überrascht zunächst durch seinen Untertitel „Der Wandel zur erfüllten Geldbeziehung“. Was zunächst wie ein elektrisierendes Signal für einen pragmatischen Ratgeber im Umgang mit sich schnell vermehrendem Geld klingen mag, erweist sich beim intensiven Lesen des im Eigenverlag erschienenen Buches als eine "Ethik des Geldes" bzw. philosophisch-altruistisch ausgelegte Geldlehre.

Soviel vorweg: das Buch versteht sich als Wegweiser zu einer gewandelten Auffassung von Geld und Geldvermehrung. Es zeigt weder knallharte Anlagestrategien auf noch vermittelt die Autorin, wie man sofort zum Millionär wird. Nicole Rupp schließt Reichtum freilich nicht aus, aber der lässt sich ihrer Meinung nach nur durch eine gewandelte Einstellung zum Geld erschließen. Eine ihrer Kernaussagen, „Geld hat mit unseren Werten zu tun und mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen“ durchzieht die knapp 30 Kapitel. Wie einen Glaubenssatz setzt die Autorin den gesunden Umgang mit Geld als Basis für das eigenen Selbstwertgefühl und als Grundvoraussetzung für ein „menschlich-geldiges“ Miteinander voraus. Es handelt sich hier also auch um eine „Geld-Wert-Theorie“ mit philantropischen Aspekten.

Jedes Kapitel kann nach eigenem Gusto als Einzeltexte hintereinander oder in beliebiger Reihenfolge gelesen werde. Dabei variiert die gelernte Geldbeziehungs-Trainerin ihre Grundidee einer „erfüllten Geldbeziehung“ je nach unterschiedlichen Ansatzpunkten. Die Kapitel reichen von „Eine Frage des Glaubens“ und „Wert des Geldes“ über „Werte in Beziehung“ und „Gewinnreiche Verluste“ bis hin zu „Geld als Spiegel unserer selbst“ oder „Ethik als Erfolgsbasis“. Im Kapitel „Hoffnungsträger nächste Generation“ kritisierte die Autorin den ihrer Meinung nach von vornherein zum Scheitern verurteilten Generationenvertrag, der Ende der 50er Jahre das heutige Rentensystem entstehen lies. Unmissverständlich macht sie deutlich, dass „wir selbst den Anfang machen können für menschliches Miteinander im Umgang mit Geld“. Wobei die jetzige Generation durchaus die Verpflichtung fühlen sollte, den Jüngeren zukunftsfähige Geld-Wert-Perspektiven aufzuzeichnen.

In einer Schluss-Sentenz fasst die Autorin ihre generelle Grundeinstellung kompakt zusammen. Demzufolge muss Geld mit dem Herzen bewegt werden, Geld muss zwischen den Menschen fließen, was “ wenn diese Prämisse richtig umgesetzt wird – nicht nur einen Gewinn an Menschlichkeit und Nächstenliebe hervorbringt, sondern auch zu Reichtum führt “ ideel und materiell.

Fazit: Der philosophische Ansatz Nicole Rupps, Geld und Geldfluss als ein Instrumentarium für mehr Menschlichkeit und erfüllendes Miteinander zu verstehen und zu leben, bedarf vieler Energie und Überzeugungskraft. „Haben kommt von Sein“ ist keine Schmuselektüre, sondern ein wichtiges Buch, das jede Menge Anlass zu kritisch-heftigen Diskussionen um eine "Ethik des Geldes" bzw. philosophisch-altruistisch ausgelegte Geldlehre bietet.

Für die Redaktion zeichnete Silke Kords verantwortlich. Das Layout “ in kräftigem Blau mit Schmetterlingsujet – besorgte Véronique Grassinger nach Vorschlägen der Autorin. Die Fotografie stammt von Anne Huneck.

Brigitte Karch

Nicole Rupp „Haben kommt von Sein“ – Der Wandel zur erfüllten Geldbeziehung; 140 Seiten; 29 Euro; ISBN 3-00-018675-1; erschienen im Eigenverlag Nicole Rupp.

Weitere Informationen: www.habenkommtvonsein.de

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