Die sakrale Lilie


Das beweisen eine Reihe von Ausgrabungsfunden. Eine in Knossos auf Kreta ausgegrabene Vase aus mittelminoischer Zeit (etwa 1600 v.Chr.) ist mit naturalistischen Abbildungen blühender Lilienpflanzen verziert. Eine andere bildliche Darstellung fand man auf den Wänden eines etwa um 1500 v. Chr. durch einen Vulkanausbruch verschütteten Gebäudes auf der griechischen Insel Santorin. Lilien zierten die Altäre der Juden und die Säulen des Tempels Salomons vor seiner Zerstörung, Lilien krönten auch die königlichen Zepter als Zeichen der Macht, des Rechtes und der Ordnung. In der Antike galten Lilien als Symbole für Schönheit und Fruchtbarkeit.

Darüber hinaus spielte die weiße Lilie eine bedeutende Rolle in Mythologie und Symbolik. Die griechischen Mythen schreiben ihre Entstehung dem Götterhimmel zu: Als die Göttin Hera den kleinen Herakles stillte, floss ein wenig Muttermilch über das Himmelsgewölbe und es entstand die Milchstraße. Aus den zur Erde gefallenen Tropfen hingegen wuchsen die ersten Lilien. Der Liebesgöttin Aphrodite jedoch waren die marmorgleichen Blüten wegen ihrer blassen Reinheit verhasst, daher setzte sie ihnen angeblich aus Boshaftigkeit das männliche Glied des Esels als gelben Stempel ein.

Alle Wertschätzung, die die weiße Lilie, Lilium candidum, in den frühen Kulturen erfahren hatte, wurde nur durch die Verehrung übertroffen, die man dieser Blume im Christentum entgegenbrachte. Unzählige Darstellungen zeigen die heilige Maria mit einer Lilie. Im Mittelalter ging man sogar soweit, die Blüte ohne den als anzüglich interpretierten Fruchtstempel und die Staubgefäße zu malen. Bis heute gilt die Lilie als Symbol für Reinheit und Unschuld.

Wer also der Natur seine Ehrerbietung mit Liliensträußen zollen möchte, der findet heutzutage beim Floristen ein umfangreiches Sortiment farbiger und zart bis stark duftender Varietäten. Lilien sind sowohl solistisch als auch in gemischten Bouquets ein hinreißender Anblick, der bis zu zwei Wochen währt, denn ihre Knospen öffnen sich behutsam meist nacheinander.

Quelle: BBH

Weitere Informationen: www.blumentrend.de

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