FLH: Eindrucksvolle Meerwasseraquarien – Wie ein Ausschnitt aus dem Ozean

Auf dem Riff sitzen Anemonen, abstrakte Blumentiere, die ihre Nahrung mit unzähligen Tentakeln einfangen. In ihrer Mitte hat sich ein Clownfisch eingerichtet, der für den Schutz, den er hier genießt, im Gegenzug aufpasst, dass niemand die Nesseltiere anknabbert. In den Spalten des Riffgesteins verstecken sich Schnecken und Einsiedlerkrebse und halten die Algen kurz. Wie im echten Ozean findet hier ein komplexes Zusammenleben der verschiedenen Arten statt.

Bildtext (r.):  Einmal fertig eingefahren, sind Meerwasserbecken nicht wesentlich aufwändiger als Süßwasserbecken. Foto: FLH

 

Meerwasseraquarien, die mit einem Korallenriff ausgestattet sind, gehören zu den prachtvollsten Becken in der Aquaristik. Viele scheuen sich aber wegen des vermeintlich größeren Aufwands im Vergleich zu einem Süßwasserbecken. Roland Zobel von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. (FLH) weiß allerdings: „Es stimmt, dass ein Riffbecken ein wenig schwieriger im Aufbau ist, aber einmal eingerichtet und korrekt eingefahren, macht ein Meerwasserbecken nicht wesentlich mehr Arbeit als jedes andere Becken. Wer interessiert ist und bereit Zeit und Mühe in dieses Hobby zu stecken, muss nicht unbedingt Erfahrungen in der Süßwasseraquaristik haben, um sich Meerestiere zu halten." Die Arbeit wächst auch nicht mit dem Becken: „Viele Anfänger machen den Fehler zu denken, das kleinstmögliche Becken macht auch am wenigsten Arbeit, aber das Gegenteil ist der Fall. Je größer das Aquarium, desto einfacher ist es, die Wasserwerte stabil zu halten", so Zobel.

Wer sich für ein Meerwasseraquarium interessiert und noch keine Erfahrungen in dem Bereich hat, informiert sich am besten im Zoofachhandel. Fachbücher und das Internet sind auch Wege, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, aber eine persönliche Beratung durch einen Profi ist unerlässlich, da jeder seine individuellen Vorstellungen, Wünsche und Voraussetzungen mitbringt.

 

Bildtext (l.) Clownfische leben in Symbiose mit Anemonen, sie beschützen sich gegenseitig vor Fressfeinden. Foto: FLH

 

Bevor überhaupt Wasser in ein Becken eingelassen wird, muss bei einer Neueinrichtung zunächst für die richtige Technik gesorgt werden: Neben spezieller Beleuchtung und Heizer braucht ein Salzwasserbecken zusätzlich noch Strömungspumpen, um die Bewegungen des Meeres zu simulieren und einen Abschäumer, mit dem Abfallstoffe im Schaum eingefangen werden. Hier weiß der Fachhändler am besten, welche Geräte geeignet sind. Steht die Technik, so können die Lebendsteine sowie das mit spezieller Meersalzmischung angereicherte Wasser hinzugegeben werden. Wenn dann nach einiger Zeit das Wasser die richtigen Werte erreicht hat, können die tierischen Bewohner einziehen. Hier sollte man sich auch vom Angebot des Fachhändlers und von seinen Ratschlägen leiten lassen, denn nicht alle Fischarten verstehen sich untereinander. Zu den beliebtesten Meerwasserarten für heimische Aquarien gehören orange-gestreifte Clownfische, farbenfrohe Kaiserfische und silbrig-schwarze Banggai-Kardinalbarsche.

Der Blick in ein harmonisches Meerespanorama ist unvergleichlich. Das Zusammenspiel der Tiere im Wasser zu beobachten ist beruhigend und erwiesenermaßen stresslindernd. Zusätzlich schärft die Beschäftigung mit der Meeresaquaristik auch das Bewusstsein dafür, dass die Ozeane ein unglaublich reicher und wertvoller Lebensraum sind, deren Bestand geschützt und bewahrt werden muss.
(Quelle: FLH)
 

Foto: Eindrucksvolle Unterwasserwelten – In Meerwasseraquarien sind keine Wasserpflanzen zu finden, hier bilden Korallen und Anemonen den Hintergrund. Foto: FLH

Weitere Informationen:
www.flh-ev.de

Titelbild: gelbe fische Bildtext: Ein größeres Becken hat nicht nur Platz für mehr Fische, es ist auch leichter in der Pflege.Foto: FLH