NABU: Gefischter Meeresmüll in Cuxhaven kostenlos entsorgen

Dafür sorgt das Projekt „Fishing for Litter“, das vom Land Niedersachsen und dem NABU gemeinsam mit den niedersächsischen Küstenfischern organisiert wird. Mit Cuxhaven nimmt der inzwischen neunte Hafen an dem Meeresschutz-Projekt teil. An der gesamten Nord- und Ostseeküste beteiligen sich seit heute nun mehr als 75 Fischer.

„Fishing for Litter“ bietet den Fischern die Möglichkeit, jenen Müll, der unweigerlich in ihren Netzen landet, in den Häfen kostenfrei und fachgerecht in dafür vorgesehenen Containern zu entsorgen. In der Vergangenheit mussten Fischer die Kosten für eine Entsorgung selbst tragen.

Alle Abfälle werden später sortiert und auf ihre Zusammensetzung und Wiederverwertbarkeit hin untersucht. Im Jahr 2013 wurden auf diese Weise allein durch die Kleine Küstenfischerei Niedersachsens mehr als dreieinhalb Tonnen Meeresmüll aus der Nordsee geholt.

 

Bildtext (r.): Fischer aus Neuharlingersiel (v.l.), Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium (v.m.) und NABU-Meeresexperte Dr. Kim Detloff (v.r.). Foto: NABU/N.Möllmann
 

 

Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Fischer, Verbände, Nationalpark und Ministerium ziehen bei diesem Projekt wirklich an einem Strang. Die sehr gute Zusammenarbeit gibt neue Impulse für den Meeresschutz. Wir wollen sensibilisieren und motivieren. Der Müll muss raus – und dafür kann jeder einen Beitrag leisten. Abfallsammelaktionen und Strand-Müll-Boxen sind dafür ein Angebot. Und zugleich muss es noch mehr Engagement für die Meeresumweltbildung, die Meeresforschung, die Reduzierung der schädlichen Einträge geben.“

Der Meeresmüll, der bis zu 75 Prozent aus Kunststoffen besteht, stellt eine immense Gefahr für Natur und Umwelt dar. Die Folgen sind ökologisch, ästhetisch und wirtschaftlich gravierend: Viele Tiere verfangen sich in Netzen oder Seilresten. Andere fressen Plastikteile, die ihren Verdauungstrakt verstopfen, und verenden qualvoll. Zusätzlich führen die Reparaturen von beschädigten Fanggeräten und die Reinigung von Stränden zu erheblichen Kosten für Fischer und Küstengemeinden.
(Quelle: NABU)

Weitere Informationen:
www.NABU.de

Titelbild: NABU-Mitarbeiterin mit gefundener Plastiktüte am Ostseestrand. Foto: NABU/Andrea Hentschel