Hohensteiner Institute: Porentief abgeschminkt!

Make-up, Schmutzpartikel und abgestorbene Hautzellen strapazieren jedoch die Haut und begünstigen die Bildung von Hautunreinheiten. Verstopfen die Hautporen, kann die Haut nicht mehr richtig „atmen“ und der Regenerationsprozess wird gestört. Zum Abschminken der Haut bietet der Markt daher eine Vielzahl von Produkten – von Reinigungstüchern über Gesichtswasser bis hin zu speziellen Make-up-Entfernern.

Bildtext (l.): Technisches Hautmodell (HUMskin), das die physiologischen, mechanischen und topographischen Eigenschaften der menschlichen Haut simuliert. ©Hohenstein

 

Der Frage, wie gut diese Produkte die Haut tatsächlich reinigen, haben sich Forscher der Hohenstein Institute angenommen. Sie haben ein neues Testsystem zur Prüfung der Reinigungsleistung von kosmetischen Produkten entwickelt. Der praxisorientierte „Abschminktest“ basiert auf einem standardisierten technischen Hautmodell (HUMskin), das die physiologischen, mechanischen sowie topographischen Eigenschaften einer gesunden Haut simuliert. Die HUMskin wird mit radioaktiv markiertem Make-up geschminkt, welches anschließend mit verschiedenen Reinigungsprodukten mit Hilfe definierter Reibe-Bewegungen wieder entfernt wird. Anhand der Menge der zurückbleibenden Make-up-Partikel bewerten die Hohenstein Experten dann die Reinigungswirkung von kosmetischen Produkten quantitativ.

In einem ersten Vergleich wurden ein flüssiger Augen-Make-up-Entferner und ein mit Lotion getränktes Reinigungstuch unter die Lupe genommen. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass es deutliche Unterschiede zwischen den beiden getesteten Produkten gibt. Der flüssige Augen-Make-up-Entferner zeigte im Versuch mit wasserfestem Lidschatten eine ca. 70% bessere Reinigungsleistung gegenüber dem mit Lotion getränkten Reinigungstuch.

Bildtext (r.): Neues Testsystem zur Untersuchung der Reinigungswirkung von kosmetischen Produkten: Das technische Hautmodell HUMskin wird mit radioaktiven Make-up-Partikeln versehen. Die Hohenstein Experten ermitteln, wie viele Partikel bei standardisierten Reibebewegungen zurückbleiben. © Hohenstein

Die Zeitschrift Öko-Test (11/2007) bewertete 2007 bereits in einem Artikel zum Thema „Besser abschminken“ verschiedene kosmetische Abschminkprodukte hinsichtlich ihrer Reinigungswirkung, allerdings in einem aufwändigen Probandenversuch. Das neue Testsystem in Hohenstein bietet nun jedoch den Vorteil, dass es probandenunabhängiger und somit zeit- und kostengünstiger prüft. Zugleich ermöglicht es über die Radioaktivmarkierung die objektive und reproduzierbare Analyse von Reinigungsprodukten. Das neu entwickelte Testsystem soll dem Verbraucher in Zukunft Klarheit geben, wie effizient kosmetische Produkte reinigen sowie die Kosmetikbranche bei der Entwicklung neuer Produkte unterstützen.
(Quelle: cb/ri)

Weitere Informationen:
www.hohenstein.de

Titelbild: 13 Mio. Frauen verwenden allein in Deutschland regelmäßig dekorative Kosmetik. Damit die Haut sich regenerieren kann, müssen Make-up-Reste täglich gründlich entfernt werden. ©Fotolia.com