AMYNA: „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ zieht Halbzeitbilanz

AMYNA e.V., das Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch, zieht bei seiner Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ eine Halbzeitbilanz.

Das Oktoberfest 2013 startete mit großem Hilfebedarf und heftigen Krisenfällen am „Security Point für Mädchen und Frauen“: Am ersten Wochenende war der Zulauf außergewöhnlich groß. Unter der Woche ging es ruhiger zu, was den Erfahrungen der letzten Jahre entspricht. Am mittleren Wochenende stieg die Zahl der hilfebedürftigen Frauen am Security Point wieder stark an.

Zwar konnten die Mitarbeiterinnen der Aktion seit Oktoberfestbeginn 83 Mädchen und Frauen von den Mitarbeiterinnen der Aktion betreuen, was im Vergleich zum Vorjahr einem leichten Rückgang entspricht.

Doch die Zahlen zum ersten Wiesn-Wochenende sprechen eine weitaus besorgniserregendere Sprache: so mussten 31 Mädchen und Frauen betreut werden, was einem Zuwachs von 40 % im Vergleich zum Jahr 2012 entspricht. Die betreuten Frauen und Mädchen hatten zudem auffällig oft einen intensiven Hilfebedarf, der eine sehr lange Beratungszeit erforderlich machte.

Die Gründe für Frauen und Mädchen, die um Hilfe baten, waren unterschiedlicher Art: Sexuelle Gewalt (2 x), körperliche Gewalt (2 x), psychische Krise aufgrund von Verlusten (40 x), aufgrund von Alkoholmissbrauch (20 x) oder aufgrund sonstiger Auslöser (35 x).

Häufig sind Touristinnen betroffen, wenn sie sich in München nicht auskennen, das erste Mal auf der Wiesn sind und kein Deutsch sprechen. Der Security Point für Mädchen und Frauen leistet den überforderten Frauen und Mädchen in dieser Situation Hilfe, die Gefährdungen vorbeugen soll.

Weitere Informationen:
www.sicherewiesn.de

Grafik: Lageplan vom Security Point auf dem Münchner Oktoberfest; Security Point-Mitarbeiterinnen