Bayerischer Brauerbund: „Bier? Reine Frauensache!“


Die Medienvertreterinnen von Rundfunk, Presse – auch zwei Journalistinnen vom Onlinemagazin brikada “ waren der Einladung des Bayerischen Brauerbundes in Harald’s Kochschule nach München gefolgt. Mit einem Bier-Aperitif begrüßt, ließen sie sich zunächst darüber informieren, wie unterschiedlich und variantenreich bayerische Biere aussehen, duften und schmecken.

Ein kleiner Exkurs in die Historie des Bierbrauens zeigte, dass ursprünglich das Bierbrauen reine Frauensache war. Bereits vor Jahrhunderten war es selbstverständlich, dass, wenn die Herrin des Hauses einen Backtag einlegte, am darauffolgenden Tag der Brautag folgte; denn dann herrschten in der Küche noch warme, also ideale Temperaturen zum Bierbrauen. Erst viel später wurde das Bierbrauen zur Männersache erklärt. In der heutigen Zeit schicken sich aber immer mehr Frauen an, den Beruf der Brauerin/Braumeisterin zu erlernen. So gibt es wieder zahlreiche Frauen, auch Klosterschwestern, die diesen Berufszweig sehr erfolgreich betreiben.

In einer Bier-Degustation führte Walter König, beim Bayerischen Brauerbund für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, sehr anschaulich und kenntnisreich durch die Welt der bayerischen Biere. Die Palette reichte etwa von Lager/Hell und Export, Bockbier, Weißbier/Weizenbier, Pils bis hin zu Eisbier. Auch erläuterte der Fachmann wie die vier notwendigen Zutaten Brauwasser, Malz, Hopfen und Hefe zur Herstellung bayerischer Biere beschaffen sein müssen und miteinander im Zusammenspiel harmonieren. „80 Fachbegriffe nutzt der Feinschmecker, um die Fülle bayerischer Biervielfalt zu beschreiben“, erklärte König.

Besonders stolz ist man in Bayern über die Tatsache, dass die EU als einziges deutsches Lebensmittel Bier, gebraut nach dem Reinheitsgebot, in die Liste der geschützten "traditionellen Lebensmittel" aufgenommen hat. Will heißen: Wer sein Bier mit dem Hinweis etikettiert, es sei nach dem Reinheitsgebot gebraut, muß sich auch daran halten! Damit bleibt das Bayerische Reinheitsgebot von 1516 als Gütezeichen gesetzlich anerkannt und wird in der EU besonders geschützt.

Doch nicht nur als "Traditionelles Lebensmittel" hat bayerisches Bier in der EU eine Sonderstellung erhalten. Im Juni 2001 hat der Ministerrat der Europäischen Union dem Antrag des Bayerischen Brauerbundes, die Bezeichnung "Bayerisches Bier" als geschützte geographische Angabe in der Europäischen Union unter Schutz zu stellen, stattgegeben. Damit ist diese Bezeichnung nunmehr in allen Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft geschützt und darf nur für Bier, das aus bayerischen Sudkesseln stammt, und somit auch nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut ist, verwendet werden.

Nach so viel Theorie und Probieren bayerischer Biere, ging man zum Praxisteil über. Der bekannte Koch Werner Licht hatte ein „junges“, spektakuläres Biermenü kreiert und zusammen mit zwei Servicemitarbeiterinnen alle notwendigen Zutaten bereitgestellt. Und schon konnte es losgehen. In vier Gruppen aufgeteilt, bereiteten die Teilnehmerinnen gemeinsam ein 4-Gänge-Menü zu. Als Vorspeise gab es „Garnelenspieß mit Bier-Fenchel-Orangen-Salat“. Auf den Fischgang „Saiblingsfilet in Pils mariniert auf Gurken und Paprika“ folgte der Hauptgang „Kalbsfilet mit Vanille und Kardamom auf Kürbispüree und Chinakohl“. Die „Apfelcreme mit Bier-Apfel-Walnuss-Ragout“ bildete den gelungen süßen Abschluss. Außerdem wurde zu jedem Gang ein passendes bayerisches Bier serviert.

Fazit: Ein perfekter Bierworkshop, der Appetit macht auf edle bayerische Biere und exquisite Speisen, verfeinert mit bayrischem Bier!

Weitere Informationen: www.bayerisches-bier.de

(Der Link wurde am 21.09.2006 getestet.)