LWL: Mariä Himmelfahrt läutet den „Frauendreißiger“ ein


"In manchen katholischen Gemeinden wird auch heute noch der alte Brauch der Kräuterweihe gepflegt", erklärt die Kulturwissenschaftlerin Evelyn Hammes von der Volkskundlichen Kommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). "Doch ob die geweihten Kräuter nach wie vor so vielseitige Verwendung finden, ist zweifelhaft."

Die Zusammensetzung und Anzahl der Pflanzen, die zu einem Strauß zusammengebunden wurden, unterschied sich von Region zu Region. Besonders beliebt waren: Alant, Beifuß, Rainfarn, Johanniskraut, Schafgarbe, Wermut, Tausendgüldenkraut, Königskerze, Thymian, Donnerkraut und Salbei. Zudem war es in manchen Gegenden üblich, je eine Ähre der Hauptgetreidearten sowie einen Apfel hinzuzufügen. Dieser "Kruitwiggenappel" wurde unter den Hausbewohnern verteilt; das geweihte Getreide der nächsten Saat beigemischt.

Vor allem in den Gegenden Süddeutschlands wird Mariä Himmelfahrt mit Wallfahrten und feierlichen Prozessionen begangen. Auch in Warendorf locken die Feierlichkeiten zu Mariä Himmelfahrt alljährlich Tausende Besucher an.

Der 15. August fällt genau in die hochsommerliche Blütezeit. Damit ist Maria Himmelfahrt, auch als "Großer Frauentag" bekannt, der Auftakt zu dem so genannten "Frauendreißiger": die Zeitspanne bis zu Mariä Namen am 12. September, beziehungsweise dem Gedächtnis der Schmerzen Mariens am 15. September. In dieser Periode der besonderen Marienverehrung (mit dem "Kleinen Frauentag" am 8. September – Mariä Geburt) werden den Kräutern besondere Heilkräfte nachgesagt.
(Quelle: LWL)

Weitere Informationen:
www.lwl.org

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