Schnupperkurs im Duftgarten: Immer der Nase nach!


Das liegt daran, dass der Geruchssinn die Reize zuerst ungefiltert ins Gehirn übermittelt, ohne dass weitere Nervenzellen dazwischen geschaltet sind. Die Duftstoffe wirken vor allem auf das limbische System, also auf jenen Teil des Gehirns, der Gefühle, Erinnerungen und Sexualität steuert “ Sigmund Freud lässt in seinem 150. Todesjahr grüßen! Erst im zweiten Schritt werden Düfte im Gehirn mit bestimmten Erinnerungen und Erfahrungen verknüpft. Diese Assoziationen prägen die individuell unterschiedliche Wahrnehmung, ob ein Duft als positiv oder negativ empfunden wird. Der Geruchssinn ist ein wahres Wunderwerk der Natur, denn er kann rund 10.000 verschiedene Düfte unterscheiden, im Gegensatz zum Geschmackssinn, der nur fünf unterschiedliche Geschmacksrichtungen kennt.

Den richtigen Riecher haben
Unübertroffen für ein Dufterlebnis sind die natürlichen Aromen von Blüten und Pflanzen. Wer einen Garten oder einen Balkon besitzt, kann sich die wohltuende Wirkung von duftenden Pflanzen zur eigenen Entspannung zunutze machen. Ein Aromagarten enthält Duftpflanzen aller Arten und Größen: zum Beispiel würzige Kräuter, aromatische Stauden und Gehölze bis hin zu duftenden Kletterpflanzen und süßen Rosen. Wer geradezu eine Duftorgie plant, kann in den vollen Genuss des Aromabogens mit seinen verschiedenen Duftnuancen und -intensitäten kommen. Bei der Auswahl sollte daher beachtet werden, dass die Duftpflanzen ihre Aromen zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten und in verschiedenen Reichweiten entfalten. Es empfiehlt sich deshalb, auf mehreren Ebenen zu pflanzen “ am Boden, in Hand- und Nasenhöhe und über dem Kopf. Die ätherischen Öle der Duftpflanzen entfalten sich am besten an sonnigen und windstillen Plätzen, wobei die von der Sonne erwärmten Steine den Duft noch verstärken.

Anschmiegsam
Blatt- oder Kontaktdufter wie zum Beispiel Pfefferminzarten, Zitronenmelisse oder Thymian reagieren auf Berührung. Sie geben ihr Aroma frei, wenn man über die Blätter streicht oder sie zwischen den Fingern reibt, da ihre mikroskopisch kleinen Duftbehälter dann aufbrechen und die darin enthaltenen ätherischen Öle freigesetzt werden. Entlang der Gartenwegkante gepflanzt, begleiten sie jeden Spaziergang durch den Garten mit ihrem aromatischen Duft. Auch Gehölze eignen sich für ein Dufterlebnis in der Nähe des Hauseingangs, der Terrasse oder entlang oft begangener Gartenwege. Für schöne Frühjahrsdüfte sorgen blühende Obstbäume wie Süßkirsche, Apfel- oder Pflaumenbaum. Im Sommer laden sie mit ihren Schatten spendenden Kronen zum Verweilen und im Spätsommer mit reifen Früchten zum Naschen ein. Im Juni locken die üppigen Blüten der Akazien ins Freie. Ihre traubenartigen, weißen Blüten duften weithin honigsüß. Auch einige Sorten des Bauernjasmins, wie zum Beispiel ’Dame Blanche’ und ’Erectus’, haben einen intensiven Duft und sehen mit ihren vielen zarten Blüten zugleich wunderschön aus. Ab Juli erscheinen die unzähligen kleinen, duftenden Blüten des Schmetterlingsstrauchs, die in strahlendem Weiß, Rosa, Rot oder Violett ein begehrter Schmetterlingslandeplatz sind.

Sinnesfreuden
Wer einen mobilen Duftgarten bevorzugt, greift zu duftenden Topfpflanzen. Mit Hilfe von Kübeln und Ampeln auf Terrasse oder Balkon können Aromapflanzen wie zum Beispiel die Trompeten-Lilie oder die Vanilleblume in die gewünschte Riechweite gestellt werden. Wenn man auch im Haus den Sommer mit allen Sinnen genießen möchte, sollten süß duftende Pflanzen in der Nähe von Fenstern und Türen positioniert werden, weil die reflektierte Wärme der Wand den Duft verstärkt. Für Dufterlebnisse in luftiger Höhe sorgen Duftwicken an Spalieren oder auch Blauregen, der den Sitzplatz oder den Balkon umrahmt und im Mai und Juni mit seinen Parfümwolken berauscht. Berufstätige, die erst am späten Nachmittag zu Hause sind und den Sitzplatz meist in den Abendstunden nutzen, wählen Abenddufter wie Nachtphlox, Engelstrompete, Duftnachtkerze, Geißblatt und Gemshorn als Gefährten. Für einen Höhepunkt am Abend sorgt die Tabakpflanze, die in der Abenddämmerung den köstlichsten und berauschendsten aller Gartendüfte aussendet: voll, moschusartig und ausgesprochen sinnlich!

Nicht ohne meine Rosen!
Der Sommer ist die Zeit der Rosen, die in vielen Farben und Formen blühen. Für Duftfans sind besonders die so genannten „Englischen Rosen“ geeignet: Sie garantieren eine monatelange Blüte mit intensiven Aromen. Die klassische Kombination von Rosen mit Lavendel oder Katzenminze sorgt für eine betörende Note. Vor allem für kleine Gärten oder Balkone sind Kletterrosen ideal, da sie “ mit entsprechender Kletterhilfe “ nur wenig Bodenfläche benötigen und mit ihren Blüten auf Augenhöhe erfreuen. Rosen geben ihren Duft nur in unmittelbarer Nähe frei, daher bietet sich ein geschützter Sitzplatz inmitten der Pracht an, um richtig genießen zu können: Hmmm “ wie das duftet!

Weitere Informationen: www.cma.de

(Der Link wurde am 11.06.2006 getestet.)