Liebe brikada-Leserinnen!


Hunderttausende von Menschen verloren ihre Habseligkeiten, sie haben Hunger, Durst und sind nun auch noch von Seuchengefahr bedroht – all das mutet uns wie ein besonders perfides Horrorszenario an.

Doch trotz allem gibt es auch Hoffnung; denn die weltweit gestarteten Hilfsaktionen machen den Verlust von Menschen zwar nicht wett, aber sie versprechen den Überlebenden Minderung der allergrößten materiellen Not und bieten Linderung bei Verletzungen und Krankenheiten. Keine Frage: Die Spendenbereitschaft in Deutschland und die schier unglaubliche Einsatzbereitschaft verschiedenster Institutionen und Organisationen ist bewundernswert! Trotzdem bleibt ein gewisses Unbehagen: Wie lange wird man sich wohl weltweit an diese entsetzliche Katastrophe erinnern? Wie lange bleiben die Spender bei der Stange? Sind es nur noch wenige Tage, bis dieses entsetzliche Ereignis von den Titelseiten der Printmedien gerade mal als kleine versteckte Meldung unter „ferner liefen“ zu finden sein wird oder aus den täglichen Schlagzeilen des Fernsehens völlig verschwindet?

brikada setzt andere Akzente und entzieht sich ganz bewusst der aktuellen hektischen Medienaufmerksamkeit. Vielmehr nähert sich brikada den Flutopfern auf andere Weise: in Kürze werden wir Kontakt zu Hilfsorganisationen aufnehmen, um gemeinsam mit den brikada-Leserinnen ein Projekt von in Not geratenen Frauen gezielt und langfristig zu unterstützen; denn wir sind der Meinung, daß partnerschaftliche Hilfe im direkten Dialog wirksamer ist, als Geld- und Materialzuweisungen im Gießkannenprinzip mehr oder minder verpuffen zu lassen.

Und noch eines: Bei allem Mitgefühl für die Flutopfer in Südostasien: die Not und das Elend in vielen anderen Ländern der Welt darf dabei nicht in Vergessenheit geraten. Auch dafür setzt sich brikada weiterhin engagiert ein!

Brigitte Karch