Dr. Claudia E. Enkelmann: Erfolgsstrategien für Frauen


Warum wir wirklich besser sind … als wir selber glauben!
Typisch Frau? Der Anteil erfolgreicher Frauen ist im Network-Bereich faszinierend hoch. Und doch trauen sich immer noch viele Frauen nicht, eine eigene Existenz aufzubauen. Sie können sich nicht vorstellen, im Ernstfall auch "ihren Mann zu stehen". Um eins ganz klar zu stellen: Die Spielregeln der Männer zu lernen und anwenden zu können, bedeutet auf gar keinen Fall, dass Sie Ihre Weiblichkeit aufgeben sollen. Ganz im Gegenteil! Gerade die vielen Fähigkeiten von uns Frauen verschaffen uns ungeheure Vorteile in der Berufswelt. Zielklar und gleichzeitig freundlich aufzutreten, widerspricht sich nicht im Geringsten, es ist sogar extrem wirkungsvoll.

Frauen haben einen ganz wichtigen Vorteil. Wir gehen ganzheitlich an die Sache heran und können sämtliche Konsequenzen einer Entscheidung vorab wahrnehmen. Eine gute Problemlösung ist immer langfristig ausgerichtet und das ist zum Beispiel für das Überleben vieler Unternehmen im globalen Wettkampf immer wichtiger: Wegkommen vom Quartalsdenken, das gelenkt ist von den Interessen der "Shareholder", der Aktieneigner und statt dessen das Finden von langfristigen Visionen und Planungen, die sich nicht an schnellen (Pseudo-)Erfolgen orientieren, sondern an langsamem Wachstum zum Wohl der Mitarbeiter, der Kunden und der Gesellschaft. Die Wirtschaft konzentriert sich bis heute noch zu sehr auf die schnelle Beute, die weiblich orientierte Wirtschaft denkt in größeren Zusammenhängen, ressourcenschonend und nicht minder orientiert an Wachstum, aber eben an gesundem Wachstum.

Geborene Managerinnen
"Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau" – "Hinter jedem Mann steht eine erfolgreiche Managerin" sollte es in leichter Abwandlung lauten! Frauen sind die geborenen Managerinnen, ihr Leben lang tun sie nichts anderes. Sie leiten und führen, organisieren und koordinieren, sie haben die Augen und Ohren überall, behalten den Überblick, entscheiden, improvisieren und sorgen dafür, dass es allen gut geht, dass sich alle wohlfühlen, dass alle vorankommen.

Doch viele Frauen wissen gar nicht, dass das, was sie da tagtäglich leisten, "Managen" ist. Das Führen des Haushalts, die Bewältigung eines Halbtags- oder Ganztagsjobs, Weiterbildung, soziale Kontakte – alles das unter einen Hut zu bringen, fällt Frauen nicht immer leicht, aber sie schaffen es, und sie tun es immer professioneller, indem sie sich die Unterstützung Dritter sichern. Die Organisation des Alltags wird mehr und mehr mit Hilfe von Netzwerken und dem "Zukauf" professioneller Dienstleistungen vorgenommen. Frauen engagieren Tagesmutter und Putzhilfen, holen sich Au-pairs ins Haus, die ihnen die täglichen Routine-Belastungen abnehmen, und bestellen die wöchentlichen Lebensmittellieferungen online, anstatt den halben Samstag im Supermarkt zu vergeuden.
Es ist sehr wichtig, dass wir Frauen unsere Management-Fähigkeit endlich als solche wahrnehmen und uns aus dem Hintergrund nach vorne bewegen, dort, wo wir die Verantwortung, die wir ohnehin tragen, auch offen zeigen. Sei es als Mitarbeiterin in einem Unternehmen oder als Frau, die sich selbständig macht und ihre berufliche Existenz in einem Ein-Frau-Unternehmen findet – das vielleicht rasch wächst, weil wir mit unserem Angebot erfolgreich sind.

Auch einmal um Hilfe bitten!
Wer also meint, er müsse als Frau eher männlich auftreten, um erfolgreich zu sein, der täuscht sich. Wer die Freundlichkeit "außen vor” lässt, wird sich schnell den Ruf der kalten, kratzbürstigen "Zicke" erarbeiten”. Sie haben ein Recht, um Hilfe zu bitten. Sagen Sie so oft wie möglich: "Bitte helfen Sie mir!” Lernen Sie, diese Bitte höflich, jedoch sehr direkt vorzutragen. Viele Frauen delegieren nur deshalb so wenig, weil sie Angst davor haben, andere um Hilfe zu bitten. Wenn Sie nach oben wollen, dann sollten sie dies so schnell wie möglich und bei jeder Gelegenheit trainieren. Wichtig sind kurze Aufforderungen. Beginnen Sie bitte nicht so: "Können Sie mir bitte xy holen”. Sobald Sie das Wort "Können” in ihrer Aufforderung benutzen, wird daraus eine Frage. Sagen Sie lieber: "Würden Sie mir bitte bis Freitag 12 Uhr die Unterlagen abholen.” Diese Aufforderung ist nicht nur wirksamer, sondern auch sehr viel höflicher. Bleiben Sie weich in der Form, jedoch konkret im Ziel! Bitte fügen Sie keine Begründungen an, diese schwächen ihre Aufforderung unnötig ab und bieten Diskussionsstoff. Im Ernstfall gibt es allerdings noch ein ganz simples, und dennoch ungeheuer wirkungsvolles Geheimnis: Lächelnde Frauen bekommen von Männern alles!

Frauen führen anders
Die Komplexität des Alltags, die Überflutung mit Informationen, die Anhäufung von unstrukturiertem, verteiltem Wissen in den Unternehmen, eine durch technische Entwicklungen unglaublich forcierte Beschleunigung von Prozessen – für die männlich orientierte Wirtschaft eine kaum zu bewältigende Herausforderung. Frauen geht es darum, Potenziale zu orten und zu entwickeln, die Kräfte in Teams zu bündeln, zum Wohl der Sache und der damit befassten Menschen. "Weibliche" Prinzipien der Führung werden mehr und mehr als wertvoll wahrgenommen und viele Unternehmen erkennen bereits, dass sie sich etwas Gutes tun, wenn sie mehr Frauen in ihre Führungsriegen aufnehmen, die die Menschen in den Mittelpunkt stellen. Ja, dass das vielleicht die einzige Möglichkeit ist, zu überleben. In zahlreichen Studien wird die Existenz und Bedeutung der weiblichen Führungsqualitäten untersucht. Eine der interessantesten Untersuchungen dazu wurde von der Münchner Unternehmensberatung "System und Kommunikation" vorgelegt:

Frauen stellen die Aufgabe in den Mittelpunkt – Männer die Rolle, die Position
Für Männer bedeutet die Übernahme einer Führungsrolle meist einen Bruch in der Berufsbiographie, der Wechsel ins Management bringt oft eine völlig neue Orientierung mit sich, quasi einen neuen Job mit neuen Inhalten und Aufgaben. Frauen dagegen sehen Führung unter ganz anderen Aspekten: Für sie geht es darum, eine Aufgabe möglichst optimal zu erfüllen. Führung hängt immer stark mit den jeweiligen Aufgaben zusammen, ist somit eine Funktion der Aufgabe. Führung ist für Frauen keine "Rolle", die sie erfüllen können, ganz egal, welche Inhalte damit verbunden sind. Während Männer durchaus von einem Vorstandsposten zum nächsten "hoppen", von Branche zu Branche, bleiben Frauen bei ihren Aufgaben und Inhalten und bauen darauf auf. Im Team, mit ihren Mitarbeitern, ausgerichtet auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Einzelnen und auf die Sache.

Frauen gestalten ihre Karriere nach Aufgaben – Männer orientieren sich an Aufstiegschancen
Für Frauen zählt, ob eine Aufgabe interessant, spannend und sinnvoll ist, für Männer ist wichtig, an welcher Stelle der Hierarchie sie sich befinden. Sie fragt sich "was muss getan werden?", er fragt sich "was bringt mir das?". Ausharren in einem uninteressanten aber gutbezahlten Job ist Sache der Frauen nicht, Männer neigen viel mehr zum Aussitzen von Problemen, wenn damit ein Aufstieg auf der Karriereleiter verbunden ist. Frauen möchten eine inhaltlich sinnvolle Arbeit tun, qualitativ etwas erreichen; Männer orientieren sich an Quantitäten und sehen ihre Führungsrolle stark eingebunden in ein Belohnungssystem, wo nach vorne kommt, wer etwas gut gemacht hat. Männer haben daher naturgemäß ein Problem mit flachen Hierarchien, es fehlen ihnen die Anhaltspunkte, wo sie denn nun stehen, wohin sie noch aufsteigen können. Frauen begrüßen flache Hierarchien, weil ihnen die Aufgabe wichtiger ist als die Position.

Frauen stehen mittendrin – Männer stehen oben
In Unternehmen, die nach dem Prinzip der Pyramide organisiert sind, stehen Frauen selten ganz oben an der Spitze. Im Gegensatz zu den Männern, die alles darauf hinorientieren, so weit wie möglich aufzusteigen, organisieren Frauen sich eher in Teams, in der Mitte, kreisförmig unter Einbeziehung vieler, die miteinander arbeiten. Und nicht nur das, sie suchen gezielt das Gespräch auf allen Hierarchieebenen, während Männer gerne unter sich bleiben, also den Austausch auf der gleichen Ebene bevorzugen. Dieser weibliche Weg fördert die echte Kommunikation in Projektbesprechungen im Gegensatz zum Mechanismus von Anordnen und Berichten, wie es in der klassischen Struktur praktiziert wird.

Frauen planen nicht, sie gestalten Prozesse
Wandel und Entwicklung wird von männlich geprägten Strukturen eher als Bedrohung und als Unsicherheitsfaktor empfunden. An einmal gefassten Plänen wird festgehalten, auch wenn sich die Umfeldbedingungen geändert haben und eine Neuorientierung dringend nötig wäre. Frauen hingegen passen sich ständig an Kunden- und Marktbedürfnisse an. Sie denken und agieren prozessorientiert, evolutionär und sind extrem flexibel, sich an neue Anforderungen anzupassen – ohne jedoch die ursprünglichen Ziele und Prinzipien aus den Augen zu verlieren.

All diese Verhaltensweisen und Eigenschaften können Männer verunsichern, können ihnen sogar Angst machen. Daran besteht kein Zweifel. Sie können einfach vieles von dem, was wir tun oder wie wir an die Dinge herangehen, nicht verstehen, weil sie einen völlig anderen Blickwinkel haben. Das zu wissen, ist für uns Frauen enorm wichtig, denn nur dann können wir in den Unternehmen mit Vorgesetzten und Mitarbeitern, aber auch als Selbstständige mit unseren männlichen Kunden und nicht zuletzt zu Hause mit unserem Lebenspartner, mit unseren Söhnen und Vätern umgehen – können wir managen.

Konzentration auf das Wesentliche
Zwei Dinge haben alle erfolgreichen Frauen gemein, so unterschiedlich ihr Erfolg und ihr Einfluss auch aussehen mag: Sie sind erstens nicht perfekt in allen Dingen, und zweitens kennen wir Sie wegen jeweils genau ihrer Tätigkeit, mit denen sie Erfolg haben. Mutter Teresa war vielleicht keine elegante Managerin und Beate Uhse ist keine Schönheitskönigin geworden. Aber das ist auch nicht das Entscheidende! Diese Frauen waren dort erfolgreich, wo sie sich "in ihrem Element" bewegten. Ein Bild kann das vielleicht verdeutlichen: Stellen Sie sich einen Schwan vor, der voller Eleganz auf dem Wasser zu gleiten scheint … eine perfekte Einheit von Tier und Natur. Und nun kommt der Schwan ans Ufer und bewegt sich auf dem Trockenen – er watschelt wie eine Ente umher, keine Spur mehr von Eleganz. Niemand kann alles können: es geht darum, herauszufinden, auf welchem Gebiet wir spitze sein können, denn jeder von uns kann auf einem Gebiet ein Genie sein – aber nur auf einem!

Wir alle sind Lebensmanager, müssen jeden Tag unser eigenes Leben planen und unzählige Herausforderungen annehmen. Managen zu können ist eine Fähigkeit, die einiges voraussetzt, denn es bedeutet, alles zu sehen, abzuwägen, kreativ zu sein, Ideen zu haben und die Entscheidungen aktiv umzusetzen, und nicht zuletzt auch Menschen zu motivieren, uns dabei zu helfen. Es bedeutet organisieren zu können, mehrere Dinge parallel zu bewältigen – das sind alles Dinge, die wir Frauen spielend meistern, bei denen wir sogar zur Höchstleistung auflaufen.

Über die Autorin:
Dr. Claudia Enkelmann (Dipl.-Psych.) ist eine gefragte Beziehungs- und Erfolgstrainerin aus Königstein/Taunus. Sie studierte Psychologie und Soziologie in Deutschland und an der Stanford University, USA. Sie spezialisierte sich auf die Probleme moderner Gesellschaften und hat von den bekanntesten Beziehungspsychologen gelernt (Dr. John Gray, Dr. Barbara de Angelis, Ellen Kreidmann). Neben ihrer Seminar- und Autorentätigkeit promoviert sie über das Thema "Höflichkeit in postmodernen Gesellschaften".

Weitere Informationen, erhalten Sie beim Enkelmann-Institut, Claudia E. Enkelmann, Altkönigstr. 38c, 61462 Königstein/Taunus, Tel.: 06174/3980, Fax: 06174/24379, Email: info@enkelmann.de, www.enkelmann.de

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