Christa Stewens: Mit Seniortrainern Potenziale älterer Menschen nutzen


"In Bayern leben heute 2,3 Mio. über 65-Jährige. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden es 2050 bereits 3,5 Mio. über 65-Jährige sein – das entspricht mehr als 25 Prozent der Einwohner Bayerns. Die Zahl der über 80-Jährigen in Bayern wird im gleichen Zeitraum auf rund 1,2 Mio. Menschen ansteigen und dann fast dreimal so hoch sein wie derzeit. Die gestiegene Bedeutung des Alters ist verbunden mit neuen Chancen, aber auch mit einem quantitativen und qualitativ völlig neuartigen Bedarf an Hilfe und Versorgung" – so Frau Stewens.

Schwerpunkte einer modernen und nachhaltigen Seniorenpolitik sind laut Stewens das Erkennen und Fördern von Potentialen und Ressourcen des Alterns zum Beispiel auch für das Ehrenamt, die Unterstützung der Kommunen bei der Bewältigung des demografischen Wandels, der Ausbau von alternativen Wohn- und Betreuungsformen und die Qualitätssicherung der Pflege. "Wir müssen aufhören alt gleichzusetzen mit krank und pflegebedürftig. Wir brauchen ein positiveres, differenzierteres Bild vom Altern. Nicht Defizite, sondern die Kompetenzen der älteren Menschen müssen in den Mittelpunkt gestellt werden, ohne dabei die älteren Menschen zu vergessen, die Betreuung und Unterstützung benötigen", erklärte die Ministerin. Zentrale Bedeutung bei der Bewältigung des demografischen Wandels haben die Kommunen. Um diese bei der Entwicklung zukunftsfähiger seniorenpolitischer Konzepte zu unterstützen, hat das Sozialministerium gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden den Leitfaden "Kommunale Seniorenpolitik" herausgegeben. Dieser spannt den Bogen von integrierter Ortsentwicklung über bürgerschaftliches Engagement und alternativen Wohn- und Betreuungsformen bis hin zur Hospizversorgung. Darüber hinaus werden in jedem Regierungsbezirk Förderpreise für die gelungensten und innovativsten seniorenpolitischen Gesamtkonzepte vergeben.

Stewens: "Ältere Menschen möchten ihre Fähigkeiten und Kompetenzen in die Gesellschaft einbringen. Ein vorbildliches Beispiel ist hier das Projekt ‚Erfahrungswissen für Initiativen’ (EFI). Im Rahmen dieses Projektes werden ältere Menschen zu Seniortrainerinnen und Seniortrainern qualifiziert, damit sie ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus Beruf, Familie, Ehrenamt und Alltagsleben einbringen können. Die Bayerische Staatsregierung fördert das Projekt – nachdem die Förderung auf Bundesebene abgelaufen ist – in derzeit sieben Anlaufstellen: Ingolstadt, Starnberg, Regensburg, Nürnberg, Fürth, Augsburg und Memmingen. Die bisherige Bilanz von über 300 bayerischen Seniortrainern, die als Multiplikatoren für weitere Initiativen und Projekte wirken, unterstreicht den Erfolg."

Weitere Informationen:
www.stmas.bayern.de

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