Svea Kuschel: „Frauen legen anders an. Männer künftig wohl auch“


Frauen können nerven. Zum Beispiel, weil sie sich lieber schnell mal nach dem Weg erkundigen. Oder auch, weil sie unheimlich viel wissen wollen, während ihr Bankberater eine Entscheidung herbeisehnt. Vielleicht fragen sie manchmal zu ausführlich. Aber: Sie ersparen sich oft stundenlange Irrwege durch unbekannte Gegenden – und viele von ihnen haben sich in den letzten Monaten genau dadurch böse Verluste erspart.

Die Fachfrauen von Svea Kuschel und Kolleginnen ("Finanzdienstleistungen für Frauen") sind genervt, wenn sie die üblichen Klischees über Frauen hören. Aber sie wissen aus ihrer Beratungspraxis, dass sich Frauen in ihrem Anlageverhalten mehrheitlich von den Männern unterscheiden.

Frauen wollen echte Kommunikation
Svea Kuschel erkannte vor mehr als 20 Jahren, dass die Bedürfnisse von Frauen in der üblichen Bankberatung meist nicht erfüllt werden. Sie wünschen eine klare Sprache und wollen ernst genommen werden. Sie wollen nicht von einem "Experten" mit Fachbegriffen eingenebelt und überredet werden. Sie sind sicherheitsbewusst – und sie erwarten, dass man sich Zeit für sie nimmt.

Männer lesen selten Gebrauchsanweisungen. Und sie geben ungern zu, dass sie etwas nicht verstanden haben. Lieber probieren sie herum. "Risiko" ist für viele von ihnen gleichbedeutend mit "Herausforderung". Und wenn nicht, dann gestehen sie es nicht gern ein. Lieber halten sie sich die Nase zu und springen doch vom 10-Meter-Brett. All das ist ziemlich bequem für den Bankberater. Er zeigt ein paar beeindruckende Charts, würzt das Gespräch mit etwas Terminologie und muss nicht zugeben, dass er selbst nicht überblickt, was er da verkaufen soll. Und schließlich: Super-Gewinne gibt’s halt nicht ohne ein gewisses Risiko …

Frauen wissen, was sie wollen – und was nicht
Constanze Hintze, Geschäftsführerin von Svea Kuschel + Kolleginnen weiß: "Frauen sind nur selten Zocker. Sie übernehmen Verantwortung. Dazu gehört auch, dass sie über die Folgen einer Entscheidung intensiver nachdenken. Die meisten haben auch keine Angst, zuzugeben, dass sie etwas nicht kapiert haben." Das macht ihre Stärke als Anleger aus: "Sie verlangen transparente Angebote. Wenn sie ein Produkt nicht verstehen, lassen sie lieber die Finger davon." Constanze Hintze hat beobachtet: "Auf Nervenkitzel haben die meisten Frauen keine Lust. Und sie haben kein Problem zu sagen: ´Nö, der Sache traue ich nicht!´"

Ein Risikogespräch ist bei ihnen nicht mit der schnellen Einstufung in Klasse 1 bis 3 erledigt. Die eine Kundin will wissen, ob sie jederzeit wieder an ihr Geld kommt, die andere macht klar, dass sie lieber keine größeren Kursschwankungen erleben will. Und sie verlangt, dass eine Summe zum anvisierten Termin sicher ausgezahlt wird. Die nächste ist zwar bereit, ein gewisses Risiko einzugehen, aber dafür will sie genau wissen, wo ihr Geld landet. Viele Frauen interessieren sich für ökologische Geldanlagen oder Mikrofinanz.

Frauen legen anders an. Männer künftig wohl auch
Das Ergebnis: Depots von Frauen sehen anders aus. Die Aktienquote liegt im Schnitt bei 23 Prozent. Meist handelt es sich um solide Mischfonds. Neben nachhaltigen Investments finden sich deutsche oder europäische Staatsanleihen. Aber keine komplizierten, undurchsichtigen Zertifikate, Knock-out- oder andere Anlagen, bei denen der Totalverlust inzwischen mehr als wahrscheinlich ist. Und keine Papiere, deren Emittent bereits pleite ist – oder es bald sein wird.

Genau solche soliden Depotstrukturen sind das Ziel der Beratung bei Svea Kuschel + Kolleginnen. Constanze Hintze betont: "Wir haben nie zu Einzelaktien oder Zertifikaten geraten. Wir empfehlen, die Gelder auf verschiedene Anlageklassen und Verfügbarkeiten zu streuen."

In der Finanzbranche geben immer noch vornehmlich Männer den Ton an – bei Investments und in der Beratung. Constanze Hintze sagt: "Viele Anleger stehen vor einem Scherbenhaufen. Der Anlage- und Beratungsstil, der sie in diese Situation gebracht hat, gehört der Vergangenheit an!" Sie ist optimistisch: "Die ´weibliche´ Herangehensweise ist der richtige Weg." Sie geht davon aus, dass die Männer aus ihren aktuellen Erfahrungen lernen: "Künftig werden auch sie sich nicht mehr mit ein paar Grafiken, mit unverständlicher Sprache und undurchsichtigen Angeboten abspeisen lassen. Sie werden viel mehr Wert auf Sicherheit und auf klare Informationen legen. Sie werden eine andere, viel gründlichere Beratung verlangen. Sie können jederzeit gern zu uns kommen."
(Quelle: Svea Kuschel + Kolleginnen)

Weitere Informationen:
www.svea-kuschel.de

(Der Link wurde am 30.09.2008 getestet.)