Lo von Gienanth: „Was heißt hier alt?“


So hoch die Zahl der Jahre auch sein mag – die Wut ist jung. Wut angesichts der Zumutungen, mit denen alte Menschen konfrontiert werden. Das fängt mit harmlos wirkenden Sätzen an wie: "Kochen Sie noch alleine? Lohnt sich das denn noch?" Als traute man den Alten nichts mehr zu.

Dabei haben sie allen Grund, sich etwas zuzutrauen. Lo von Gienanth erzählt von eigenen Erfahrungen, von Erlebnissen von Freunden und Verwandten, die wie Brechts "unwürdige Greisin" den Mut hatten, den eigenen, anderen Weg zu gehen. Und es zeigt sich: Gerade die Generation der 60- und 70-Jährigen hat ihr Leben selbst gestaltet – und damit eine Kraft bewiesen, die sich nun auch fürs Alter aktivieren lässt.

Die Quintessenz ihrer Gedankengänge beschreibt die Autorin treffsicher mit "wir haben vielleicht etwa gelernt, was besser ist als betuliche Altersmilde: Toleranz."

Über die Autorin:
Lo von Gienanth, geboren am Niederrhein, gehört selbst zur "Generation 60plus". Die Journalistin ist Autorin und war Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk/Hörfunk. Sie ist verheiratet, Mutter eines Sohnes und lebt in München.

brikada-Bewertung: Ein nachdenklich stimmendes Lern- und Lehrbuch. Anregend zu lesen, vor allem auch für junge Menschen.

Lo von Gienanth: "Was heißt hier alt?", 240 Seiten, Hardcover, 16,95 Euro, ISBN 3-426-27447-7, erschienen im Droemer Verlag.

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