Forum die Grüne Stadt: 25. April ist der Tag des Baumes


Sie verbrauchen Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff, sie verschönern die Landschaft und unser Wohnumfeld, wirken ausgleichend auf die Temperatur und Luftfeuchte in Städten, liefern Holz als nachwachsenden Rohstoff, produzieren essbare Früchte und nicht zuletzt lassen sie uns die Jahreszeiten erleben.

Sie kommen spät, aber …
Einige Baumarten haben Ende April schon ausgetrieben, die Walnuss – Baum des Jahres 2008 – gehört jedoch nicht dazu. Sie hat zwar eigentlich keine Feinde, denn ihre Bitterstoffe halten die meisten Tiere vom Fraß ihrer Blätter ab, aber ein Problem gibt es für sie doch, nämlich Spätfröste. Werden die Bäume nach dem Blattaustrieb Ende Mai noch von einem Frost überrascht, frieren die jungen Triebe ab und die Blüte ist kaputt. Für die Blattmasse können "schlafende Knospen", sozusagen Knospen aus der zweiten Riege, den Schaden meist noch auffangen – doch die Blüten können für dieses Jahr nicht nachgeliefert werden, die herbstliche Ernte fällt damit natürlich aus. So erklärt sich auch die geographische Verbreitung der Walnuss: Sie bevorzugt Weinbauklima und wächst dann problemlos auch auf wenig nährstoffreichen Böden. Aber auch in diesen wärmebegünstigten Lagen schützt sich die Walnuss durch einen im Vergleich zu anderen Baumarten sehr späten Blattaustrieb: Der Baum wird üblicherweise erst in der zweiten Maihälfte grün, manchmal sogar erst im Juni. Dabei gibt es dann einen schönen Kontrast zwischen der silbrigen Rinde, den jungen, dunkel-rotbraunen Trieben und anfangs rotbraunen Blättern sowie – bei alten Bäumen – der längsrissigen Borke mit wiederum dunklen Partien.

Genau hinschauen
Als windbestäubter Baum benötigt die Walnuss keine bunten Blüten – Insekten müssen nicht angelockt werden. Die männlichen Blütenkätzchen sind aber immerhin bis zu 15 cm lang und fallen schon deshalb auf, weil sie ausgetrieben überwintern. Die weiblichen Blüten erscheinen erst zusammen mit den Blättern, meist zu zweit, an den Sprossenden. Sie sind also recht unscheinbar. Dafür fällt eine andere Eigenart der Bäume auf, die schon Plinius (23-79 nach Chr.) beobachtete und beschrieb: Unter dem Walnussbaum käme kein anderes Gewächs auf. Er folgerte, der Schatten des Nussbaumes sei schädlich für die Lebewesen. Nun, es ist nicht der Schatten und es stimmt auch nicht für alle Gewächse, aber die Beobachtung an sich war schon richtig. Bestimmte Inhaltsstoffe der Blätter sind es, mit denen sich der lichtbedürftige Walnussbaum unerwünschte Konkurrenz vom Leibe hält. Nach dem Blattfall entsteht im Boden aus einem an sich ungiftigen Glucosid das als Herbizid wirkende Juglon. Dieses Phänomen, die Allelopathie, die übrigens auch bei Heide und Adlerfarn sowie bei vielen Mykorrhiza-Pilzen vorkommt, ist Ursache für eine Anzahl von Mythen, die sich um diese Baumart ranken.

In Unteritalien heißt es, unter einem Nussbaum versammeln sich Hexen und Teufel, im Westerwald meint man, wer im Schatten eines Nussbaumes einschlafe, bekomme Kopfschmerzen.
Wenn Sie den "Tag des Baumes" feiern wollen, der in diesem Jahr auf einen Freitag fällt, also sogar als "Wochenende des Baumes" begangen werden kann, dann suchen Sie doch einfach einen Baum auf, bei dem oder unter dem sie etwas Schönes oder Interessantes erlebt haben – sei es eine Tierbeobachtung oder Vogelgesang, Schutz vor einem Regenguss, ein Picknick mit Freunden – es muss ja nicht eine Walnuss im Westerwald sein…
Quelle: Text und Foto: IDgS

Weitere Informationen:
www.baum-des-jahres.de
www.die-gruene-stadt.de

(Die Links wurden am 25.04.2008 getestet.)

Bild: Die Blütenkätzchen der Walnuss werden bis zu 15 cm lang. Die weiblichen Blüten sind klein und unscheinbar. Sie erscheinen meist zu zweit an den Sprossenden.