Riemenschneider-Saal im Bayerischen Nationalmuseum wiedereröffnet

 

 

Die Werke Tilman Riemenschneiders bilden einen der wichtigsten Anziehungspunkte des Bayerischen Nationalmuseums. Insbesondere die frühen Arbeiten, bei denen der Künstler noch in großem Umfang selbst Hand angelegt hat, werden nun auf höchstem Niveau präsentiert.

Endlich konnte der Saal, in dem die Meisterwerke seit rund 100 Jahren ausgestellt sind, saniert und mit maßgeschneiderten Vitrinen und aufwendiger Licht-Technik ausgestattet werden. Das Raffinement von Riemenschneiders Schnitztechnik kommt im neuen Arrangement besonders eindrucksvoll zur Wirkung. Zu den Glanzlichtern der Sammlung zählen die Schreinfiguren des Münnerstädter Retabels, des ersten Werks, das Riemenschneider nicht auf eine farbige Fassung hin konzipiert hat.

 


Bildunterschrift (l.):
Tilman Riemenschneider, Würzburg, 1490/92, Lindenholz. © Bayerisches Nationalmuseum München. Foto: Bastian Krack

Etwa zur selben Zeit entstanden zwei Passionsgruppen, die der Rothenburger Maler Martinus Schwarz in kongenialer Weise polychromiert hat. Verschiedene wichtige, schon seit Jahren nicht mehr gezeigte Arbeiten werden in die Neupräsentation einbezogen. Darunter die Gruppe der zwölf aus Lindenholz geschnitzten Apostel, ein Ecce homo-Christus aus Stein sowie der umfänglich restaurierte Gerolzhofener Altar. Ergänzt werden die Arbeiten Riemenschneiders durch zwei bedeutende Chorfenster aus der Kartause Prüll bei Regensburg, die seit 1995 nicht mehr zu sehen waren.

Publikation zur Wiedereröffnung: Tilman Riemenschneider – die Werke im Bayerischen Nationalmuseum von Matthias Weniger, herausgegeben von Renate Eikelmann, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, 208 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-7319-0475-5, erhältlich im Museumsladen, Preis € 24,95
(Quelle: Bayerisches National Museum)

Weitere Informationen:
www.bayerisches-nationalmuseum.de

 

Titelbild: Retabel aus der Johanneskirche von Gerolzhofen, Tilman Riemenschneider, Würzburg, zwischen 1513 und 1519, Lindenholz. © Bayerisches Nationalmuseum. Foto: Bastian Krack