Landesmuseum Württemberg: Versuchung auf Schwäbisch – Spezialitäten aus dem Schwabenland

 

 

 

 

 

Hier finden wir sie, die Jahrhunderte alte, heimisch-schwäbische Kochkultur gepaart mit bodenständiger Gediegenheit und unnachahmlicher Kreativität. Hier sind sie verwahrt, die Rezepte ansässiger Großmütter und Urgroßmütter, die kleinen und großen Geheimnisse schwäbischer Koch- und Backtradition. Was für den gewöhnlichen Betrachter ein einfaches Gericht, ist für den Schwaben ein wahrer Schatz, der – weitergereicht von Generation zu Generation – sorgsam behütet und erhalten wird.

Ob Brätlknödl oder Schupfnudeln, ob Griebenschnecken oder Krautspätzle – die schwäbische Küche wiegt schwer an althergebrachten Köstlichkeiten, welche über Jahrhunderte hinweg am heimischen Herd erprobt, gehegt und verfeinert wurden.

Allein die bekannten Maultaschen bergen ein beachtenswertes Stück schwäbische Geschichte in sich. So versteckte ein einfallsreicher Mönch des Klosters Maulbronn während der Fastenzeit gehacktes Fleisch in den Nudeltaschen, um sie vor dem Angesicht Gottes und seiner Mitbrüder zu verbergen. Aus den „Maulbronner Nudeltaschen“ wurden so die bekannten „schwäbischen Maultaschen“, im Volksmund auch „Herrgottsb‘scheißerle“.

Doch was wäre die schwäbische Küche ohne ihre Spätzle und Knöpfle? Bereits im 18. Jahrhundert erfreute sich das Gericht, das zu jener Zeit fast ausschließlich mit Dinkelmehl zubereitet wurde, großer Beliebtheit. Zubereitet von Hand und frisch vom Spätzlebrett geschabt, entwickelte es sich im Laufe der Zeit zum begehrten Festtagsessen. Bis heute sind die handgeschabten Teigspätzle ein Markenzeichen für Kenner und Gaumenfreunde; die Auswahl an Rezepten ist vielschichtig und groß.

Auch wenn es süß wird, verspricht die schwäbische Küche einen Augen- und Gaumenschmaus: Sei es der warme Pfitzauf mit Vanillensoße, die beliebten Ofenschlupfer oder Apfelknöpfle, aber auch die traditionellen Palmbrezeln oder Fastnachtskrapfen dürfen im Jahresverlauf nicht fehlen.

Wer also die Schwaben und ihr Land erfassen will, der mag es mit allen Sinnen tun und es sich – mit wärmster Empfehlung – auch durch den Magen gehen lassen.
(Quelle: cab-artis-2016)

Ausstellungsinformation:

Wer ist schwäbisch? Was ist schwäbisch? Und warum überhaupt? Diesen Fragen spürt die Große Landesausstellung „Die Schwaben. Zwischen Mythos und Marke“ nach. Dabei präsentiert sie Klischees und Widersprüchliches rund um den Schwabenbegriff.

Vom 22. Oktober 2016 bis 23. April 2017 wird vor dem Hintergrund von fast 2.000 Jahren Kulturgeschichte der Wandel vielfältigster Schwabenbilder erkennbar, der sich bis heute fortsetzt. 

Weitere Informationen: 
www.landesmuseum-stuttgart.de

 

Titelbild: Landesmuseum Württemberg. Foto: Hendrik Zwietasch