Meininger Theater mit „Fräulein Julie“


Bei dem Trauerspiel von August Strindberg handelt es sich um ein erregendes Psychogramm der anbrechenden Moderne.

Ausgelassen feiert das Gesinde auf einem gräflichen Herrschaftssitz die Mittsommernacht. Fräulein Julie, gespielt von Linda Sixt, ist die stolze, mannstolle und zugleich männerverachtende, seelisch tief zerrüttete Tochter des Grafen. Sie fordert den Diener Jean, der mit der Köchin Christine so gut wie verlobt ist, zum Tanz. Jean, selbstgefällig, ehrgeizig und nüchtern berechnend zugleich, hat hochfliegende Pläne und will sich später einmal als Hotelier in der Schweiz etablieren. Aufreizend frech und spielerisch verführend kokettiert Julie mit ihm. Zuerst noch widerstrebend, dann aber immer bereitwilliger erwidert Jean ihre Annäherungsversuche und nimmt sie schließlich, einem schnellen Abenteuer nicht abgeneigt, mit auf sein Zimmer.

Der kurzen Lust folgt rasche Ernüchterung. Klar ist, dass eine Liaison zwischen Herrin und Diener im gräflichen Haus unmöglich ist. Fluchtpläne werden geschmiedet und wieder verworfen. Die gereizte Stimmung eskaliert zum Streit. Auf Julies "Knecht ist Knecht" schleudert ihr Jean ein verächtliches "Und Hure ist Hure!" entgegen. Julie wird ihm allmählich lästig – und außerdem ist da noch Christine, die ihre älteren Rechte durchaus zu wahren versteht. Tief verzweifelt ergreift Julie schließlich das Rasiermesser, das ihr Jean kalt in die Hand drückt, und verlässt das Haus, um sich umzubringen.

Quelle: Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH

Weitere Informationen: www.badkissingen.de

Karten sind erhältlich in der Kur- und Touristinformation, im Alten Rathaus, im Lesesaal unter Telefon 0971 80 48-444 oder per E-Mail: kissingen-ticket@badkissingen.de.

(Der Link wurde am 21.04.2007 getestet.)