Landesmuseum Württemberg – Altes Schloß Stuttgart gedenkt Renaissancefürst Christoph mit großer Ausstellung

Die Bedeutung von Herzog Christoph besteht insbesondere darin, dass er die Reformation in seiner Regentschaft in ganz Württemberg fest etablieren konnte. Seine konfessionellen, sozialen und politischen Vorstellungen fanden im gesamten evangelischen Europa Verbreitung: Die 1559 erlassene Große Württembergische Kirchenordnung diente von Skandinavien bis Slowenien als Vorbild.

Besonders in repräsentativen Bauwerken zeigt sich noch heute Christophs großes Selbstbewusstsein. Das Alte Schloss im Herzen Stuttgarts, das heute das Landesmuseum Württemberg beherbergt, wurde während seiner Regierungszeit zu einer prachtvollen Renaissance-Residenz umgebaut. Christoph ließ den Rittersaal in der Dürnitz, die Reitertreppe und die Schlosskirche, den ersten protestantischen Kirchenbau Württembergs, errichten. Auch die prächtigen Arkaden des Innenhofs entstanden auf seine Veranlassung.

 

Bildtext/Abbildung (r.): Unbekannter Künstler, Porträt der Eleonore von Württemberg (1552-1618), der fünften Tochter Herzog Christophs 1569 Landesmuseum Württemberg, Stuttgart © H. Zwietasch; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart 

Schon die Zeitgenossen schätzten Christoph als Herrscherfigur, Reformer und Wegbereiter wichtiger Neuerungen in Württemberg. Doch auch Jahrhunderte nach seinem Tod wurde er hoch verehrt. Zeugen dieser Wertschätzung sind die Porträtstatuen, die sich auf dem Stuttgarter Schlossplatz, im Ulmer Münster und in der Amanduskirche seiner Geburtsstadt Urach finden.

Mit rund 250 Objekten – darunter internationale Leihgaben – zeigt die Ausstellung die gewaltigen Umbrüche im Zeitalter der Reformation, die Christoph entscheidend mitbestimmte, ebenso wie die Lebenswelt des Renaissancefürsten: das politische Netzwerk, in dem er agierte, die Ausstattung seiner Schlösser, die Feste, die er feierte. Auch das Bild, das sich die Nachwelt von Herzog Christoph machte, ist Teil der Ausstellung. Als idealer (protestantischer) Herrscher und als Symbolfigur für das gute alte Recht wurde Christoph vor allem im 19. Jahrhundert hoch geschätzt.

Bildtext (l.): Kurator Dr. Matthias Ohm und Delia Scheffer M.A. Wissenschaftliche Volontärin, vor dem Porträt des Herzogs Christoph von Württemberg Ende 16. Jahrhundert (unbekannter Künstler), Landesmuseum Württemberg, Stuttgart © H. Zwietasch; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart 

 

 

 

 

 

 

Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation, die Ausstellung wird vom 24. Oktober 2015 bis 3. April 2016 im Landesmuseum Württemberg – Altes Schloß Stuttgart gezeigt.

Weitere Informationen:
www.landesmuseum-stuttgart.de

Titelbild: Abbildung: Plakat der Sonderausstellung “CHRISTOPH. 1515- 1568. Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation“ © Landesmuseum Württemberg, Stuttgart