Weltpremiere: „Cranach der Jüngere“ – Landesausstellung Sachsen-Anhalt

Mit der Ausstellung feiert Sachsen-Anhalt den 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren. Die Schau ist die weltweit erste Sonderausstellung, die sich ausschließlich dem Leben und Werk des jüngeren Cranach widmet. 
 

 

 

Bildtext (l.): Lucas Cranach der Jüngere. Miniatur der Prachtbibel des Erzbischofs Sigismund von Brandenburg, 1560/61, Luther-Bibel, gedruckt bei Hans Lufft, Wittenberg, Bd. 1, Mischtechnik auf Pergament, Bayerische Staatsbibliothek München 

 

 

 

 

 

Der auf der Moritzburg in Halle residierende Magdeburger Erzbischof Sigismund von Brandenburg bestellte, als er zum lutherischen Glauben übertrat, bei Hans Lufft eine Prachtbibel. Er ließ sie mit kostbaren Miniaturen Cranachs d. J. sowie Autografen von Luther und Melanchthon ausstatten.

Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt kann nun eine echte Sensation vermelden: 13 kostbare Porträtzeichnungen von Lucas Cranach dem Jüngeren kommen als Leihgabe des Musée des Beaux-arts aus Reims nach Wittenberg. Die Zeichnungen gehören zum Schönsten, was der Künstler je geschaffen hat. Es handelt sich um eindrucksvolle, fein gearbeitete Porträtstudien, die die dargestellten Personen überaus sensibel charakterisieren. Bislang wurden die meisten Blätter Cranach dem Älteren zugeschrieben. Neueste Forschungen zeigen aber, dass alle Zeichnungen von der Hand Cranach des Jüngeren stammen können. Die Porträts waren bisher ein einziges Mal ausgestellt, 1951 in den USA. In Europa waren noch nie alle Studien zusammen zu sehen.

Weil das Musée des Beaux-arts in Reims derzeit wegen Umbaumaßnahmen geschlossen ist, bot sich nun für Sachsen-Anhalt die einmalige Gelegenheit, die Zeichnungen an einem anderen Ort zu präsentieren. Dass sie nun an den Ort zurückkehren, an dem sie entstanden sind, kommt einer Sensation gleich. 

 

 

Bildtext: Lucas Cranach der Jüngere, Katharina von Braunschweig-Grubenhagen, um 1540, Tempera (und Öl) auf Vergépapier, 30,4 x 20,2 cm, Musée des Beaux-arts, Reims, Inv. 795.1.270, Kat. 3/5
 

 

Die Porträtstudien sind bis zum 1. November 2015 in der Ausstellung „Lucas Cranach der Jüngere – Entdeckung eines Meisters“ im Augusteum in Wittenberg zu sehen. Das Augusteum, das Vordergebäude des Lutherhauses, wird im Rahmen der Landesausstellung zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Der Kontakt zwischen dem Museum in Reims und der Stiftung Luthergedenkstätten ist über das Art Centre Basel entstanden.

Premiere gibt es auch für „Pop up Cranach“, eine Mitmach-Werkstatt für Kinder und Jugendliche, die sich auf Zeitreise begeben wollen, um sich auf eine spannende Spurensuche des Lebens des ungewöhnlichen Malers Lucas Cranach den Jüngeren zu begeben. Sehenswert ist das Geburtshaus des Malers am Markt mit restaurierten Wandmalereien, die das Leben der Familie veranschaulichen. Darüber hinaus bietet die Cranach Kirche Originalgemälde am originalen Ort und bezeugt Lebensstationen wie vermutlich Taufe und Vermählung. Ebenso befindet sich hier das Grab von Lukas Cranach dem Jüngeren. Korrespondenzorte sind der Johannbau in Dessau und das Gotische Haus im Wörlitzer Park.

 

Bildtext (o.): Lucas Cranach der Jüngere, Ruhende Quellnymphe, 1550; Öl auf Holz, 71,2 x 121,2 cm. Nasjonalmuseet for kunst, arkitektur og design, Oslo. Datiert und signiert auf Baumstamm: Schlange mit liegenden Flügeln. Eine der seltenen, großformatigen Varianten aus später Zeit.

Weitere Informationen:
www.cranach2015.de

Titelbild: Ausstellungsbesucherin betrachtet Herkules bei Omphale, 1535 von Lucas Cranach dem Jüngere; Öl auf Buchenholz, 82 x 118 cm; Statens Museum for Kunst, Kopenhagen . Datiert und signiert, Schlange mit liegenden Flügeln, frühestes Beispiel. Das Gemälde ist durch das Wappen als Auftragsarbeit von Kardinal Albrecht von Brandenburg ausgewiesen.