Ulrike Theusner – zwischen Provokation und Visualisierung – Jahresvorschau der Bayerischen Staatsoper

Mit der kompletten Einkleidung der Säulen am Nationaltheater läutet die Bayerische Staatsoper die diesjährigen Opernfestspiele ein: Bis 31. Juli schmücken Motive der Künstlerin Ulrike Theusner die acht Pfeiler. Seit September begleitet die Malerin auf Opern- und Konzertplakaten, in Programmheften und auch Flaggen die aktuelle Spielzeit "Blicke – Küsse – Bisse" der Staatsoper. Theusner, die lange Zeit als Model in New York und Paris gearbeitet und an der Bauhaus-Universität Weimar studiert hat, verarbeitet in ihren Motiven die heutige Gesellschaft – zwischen Glamour, Geld, Grexit und dem allgemeinen Wahnsinn.
 

Bildtext (r.): Plakatfoto: Designstudio Bureau Mirko Borsche

 

München gleicht in diesen Sommertagen einem Museum. Nahezu an jeder Litfaßsäule prangen die Motive Ulrike Theusners. Dazu Flaggen am Nationaltheater. Und bis Ende Juli die Säulen. Was die Münchner auf den Plakaten sehen, fängt ihre Aufmerksamkeit auf schaurige Art und Weise: übergroße Gesichter, Fratzen, Masken, bizarre Clownerien.
 

Die Plakate und Illustrationen zur aktuellen Spielzeit der Bayerischen Staatsoper sind eindringlich wie verstörend. Die Figuren und Szenen tragen Namen wie Rezessionsschlampen, Ende der Jugend, Love and Torture oder Broken Hearts Club. Theusner sucht in ihrem Werk seit Jahren nach dem Leben hinter der Schischi-Fassade, die sie in ihren Arbeiten offensiv kritisiert.

Julia Schmitt, Bilddramaturgin an der Bayerischen Staatsoper: "Ausgehend vom Schicksal unserer sieben Powerfrauen der Saison, von Manon Lescaut über Lulu, Melisande zur wienerisch brüchigen Arabella, suchten wir eine Künstlerin, die die Sehnsüchte, Obsessionen und Ängste der Protagonistinnen aus heutiger Sicht visualisiert und in die Stadt tragen kann. Ulrike lebte kurzzeitig mit all den verletzlichen Diven und gab ihnen diese Serie von magischen Gesichtern." Realisiert wurden die Plakate, Hefte und Flaggen vom Designstudio Bureau Mirko Borsche.

Bildtext (o.): Säulen zu Kunstwerken: Säulen am Nationaltheater komplett mit Theusner-Motiven eingekleidet

Jörk Rothamel entdeckte die Künstlerin bereits bei ihrer Diplomverteidigung und vertritt sie seither in seinen Galerien in Frankfurt und Erfurt. Theusners unverwechselbarer Duktus ist mittlerweile weltweit gefragt. In den vergangenen zwei Jahren bespielte sie Ausstellungen in New York, Paris und Shanghai. Vom 3. bis zum 31. Juli sind Werke von ihr im Rahmen der PORN PORN PORN-Ausstellung des EIGEN + ART Lab in Berlin zu sehen.

Weitere Informationen:
www.rothamel.de

Titelbild: Ulrike Theusners provokante Visualisierung der Jahresvorschau der Bayerischen Staatsoper. Plakatfoto: Designstudio Bureau Mirko Borsche