Osram Art Projects: Haubitz+Zoche präsentieren „2027“


Haubitz+Zoche haben für die Seven Screens ein filmisches Konzept entwickelt, das die ambivalenten Kräfte des Mediums Wasser thematisiert. Die Inspiration für den Titel ihrer Arbeit fanden die Künstlerinnen in dem Film Metropolis, der im Jahr 2027 in einer futuristischen Stadt spielt. In der Videoinstallation 2027 werden Häuserzeilen einer fiktiven Großstadt überflutet. Die Fassaden der Hochhäuser und skurrilen Bauten spiegeln sich im Wasser, die Straßen sind menschenleer und wirken verlassen. Der umgebende Raum zeigt eine undefinierbare Leere, es gibt keine Verortung in Raum oder Zeit, keine eindeutige Zuordnung zu einem architektonischen Stil.

Der Blick der Kamera gleitet von der Nahansicht auf die Fassaden in einen überfluteten weiten Innenraum. Zwei Menschen schweben im Wasser und suchen in eigentümlich anmutenden, fast schwerelosen Bewegungen ihre Balance. Ein Fluss zieht sich wie eine im Raum liegende zweite Ebene durch die Stelen und verbindet diese virtuell miteinander.
Ein subtiles Spiel mit ungewöhnlichen Aufnahmeperspektiven über und unter Wasser lässt den Standpunkt des Betrachters immer wieder ins Wanken geraten. 2027 wirkt wie eine surreale Zukunftsvision – Bilder von suggestiver Schönheit, die jedoch immer wieder auch bedrohliche Elemente enthalten. Die ortspezifische Rezeptionssituation vor dem Osram Haus am Mittleren Ring in München, verstärkt das Gefühl mit dem Auto durch eine fiktive Stadt zu fahren.

Wie schon bei früheren Arbeiten von Haubitz+Zoche spielt auch hier das Element Wasser eine wichtige Rolle, das in seiner lebensspendenden und zugleich destruktiven Kraft betrachtet wird.

Hintergrund:
Das Künstlerduo Haubitz+Zoche
Haubitz+Zoche (Sabine Haubitz, geb. 1959 und Stefanie Zoche, geb. 1965) arbeiten seit 1998 zusammen. Sabine Haubitz studierte an der Hochschule der Künste Berlin und an der Akademie der Bildenden Künste München und war von 1993-96 dort Assistentin bei Andreas von Weizsäcker. Die Arbeiten im öffentlichen Raum von Haubitz+Zoche reichen von Raum-, Foto- und kinetischen Installationen bis zu skulpturalen Arbeiten. Spektakuläre Fotoinstallationen waren u.a. in Rotterdam im Maastunnel und in der Münchner U-Bahn zu sehen. Außerdem hat das Künstlerduo einige ortspezifische Installationen für öffentliche Institutionen und Unternehmen realisiert, wie der Ludwig-Maximilian-Universität, München, der Deka Bank, Luxemburg, und der Allianz, München.

Weitere Informationen: www.haubitz-zoche.de

Osram Art Projects: Seven Screens, München
In den Osram Art Projects wird das Anliegen des Unternehmens realisiert, Licht und Kunst in Verbindung zu bringen. Das Projekt integriert die Osram Gallery, die Osram Collection und seit November letzten Jahres die Seven Screens. Hinter letzterem verbergen sich sieben jeweils gut sechs Meter hohe Stelen. Diese sind mit modernster LED-Lichttechnologie bestückt und von Osram konzipiert als eine neue lichttechnologische Plattform für wechselnde, digitale Kunstprojekte im öffentlichen Raum.

Weitere Informationen:
http://www.osram.de/art/seven_screens/

(Die Links wurden am 07.03.2007 getestet.)